Haldern Pop: Tiefe Einblicke in die Welt von Genesis

Haldern Pop: Tiefe Einblicke in die Welt von Genesis

Als besonderer Gast kam diesmal Richard Macphail nach Haldern. Er ist ein enger Freund der Rockband.

Es ist der Legende nach eine der Triebfedern für die Gründung des Haldern-Open-Air gewesen: einmal Peter Gabriel in das Lindendorf holen. Denn in dem Dorf gab es eine große Fangemeinde von Genesis und seinem charismatischen Sänger.

Ob dieser Wunsch ein ewiger Traum bleibt oder doch irgendwann Realität wird, dass kann auch Richard Macphail nicht sagen. „Peter ist immer sehr beschäftigt und sehr gefragt“, sagt der 67-Jährige im Gespräch mit der Redaktion. Aber Peter Gabriel würde gerade auch wieder an einem Album arbeiten, das sei vielleicht 2020 fertig. „Und wenn er dann auf Tour in Europa ist und zur selben Zeit hier das Festival ist, wer weiß? Vielleicht kann es dann sein, dass er kommt. Aber da gibt es nichts, was ich dafür tun könnte“, meint er lachend.

Im Klartext: Es wird wohl bei dem Wunsch bleiben, aber immerhin war mit Richard Macphail jetzt schon einmal ein Teil der legendären Rockband in Haldern. Er war so etwas wie das sechste Mitglied der britischen Rocklegende, kochte für sie, schleppte die Boxen auf die Bühne, mixte den Sound und organisierte für Genesis das Landhaus seiner Eltern. Hier schloss sich die Band quasi für einen ganzen Winter ein und kreierte die Songs für ihr Album „Trespass“, der Grundstein für die spätere Weltkarriere der Progressive-Rock-Gruppe.

Seit der gemeinsamen Zeit auf der Privatschule Charterhouse verbindet Macphail eine enge Freundschaft mit den Musikern, auch mit Peter Gabriel, dessen erster Tourmanager er auch war.

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In Haldern erinnert er als besonderer Gast im „Raum 3“ noch einmal an die Anfänge der Band, zeigt Fotos und berichtet davon, wie Peter Gabriel in den 80er Jahren auf seiner Solotour samt Band als mutmaßliche Terroristen von der Polizei in der Schweiz festgenommen wurden.

Peter Gabriel hatte damals auf Anraten des Arztes einen dicken Schal um den Hals gewickelt, um seine Stimme zu schonen. Den Anwohnern kam die Gruppe seltsam aussehender Ausländer offenbar etwas verdächtig vor. Die riefen die Polizei, die die Band mit Maschinengewehr im Anschlag ins Gefängnis brachte.

Richard Macphail war es schließlich auch, der die Musiker aus der misslichen Lage retten konnte. Er erinnerte sich nämlich daran, dass er noch vom letzten Auftritt ein Dokument der Polizei im Tourbus hatte, das belegte, dass es sich hier um einen Band auf Tour und keine RAF-Terroristen handelte. Die Band kam frei und erreichte dank Polizeieskorte gerade noch pünktlich den Konzertsaal, um das Konzert zu beginnen.

Über seine Zeit mit Genesis hat er gerade ein Buch geschrieben. Ein Fundus für die Fans, die einmal ganz tief in die Welt der Band eintauchen wollen. Für die hat er offenbar eine ganz besondere Bedeutung: „Ohne Rich hätten wir uns vermutlich gegenseitig umgebracht“, hat Genesis-Musiker Mike Rutherford einmal über die Zeit in dem Landhaus gesagt.