Haldern Pop: Philipp Poisel - der Mann im Regen

Das Open Air in Haldern hält, was es verspricht: Gute Musik und schlechtes Wetter!

Die Bauern werden sich vermutlich bereits jetzt das Datum für das 36. Halderner Open Air im kommenden Jahr im Kalender eintragen. Denn so sicher wie jedes Jahr das Festival kommt, kommt mit dem Open Air der Regen an den Niederrhein zurück. Da kann im Vorfeld noch so lange über Hitze und Trockenheit debattiert werden, pünktlich wenn die Bands die Gitarren aus dem Koffer holen, ist es Zeit für den ersten  Haldern-Regenguss.

Die Fans haben sich längst daran gewöhnt und auch diesmal früh reagiert – Als die Sonne noch kochendheiß vom Himmel knallte, deckten sie sich bei Schuh-Becker in Haldern vorausschauend mit grünen Gummistiefeln und Regencapes ein.

Und auch Philipp Poisel hätte in der Nacht sicher gerne so ein transparentes Teil gehabt. Denn als der Sänger nach Mitternacht mit seiner Band auf die Bühne trat, peitschte der Wind immer wieder die Schauer von vorne unter das Dach der Bühne. Philipp Poisel stand sprichwörtlich im Regen. Statt zu jammern, lobte er die Zuschauer, die so spät am Abend noch nicht müde waren und tapfer dem Regen in Haldern trotzten.

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Nach wenigen Minuten war Poisel klitschnass. Während die Techniker die Keyboards und Monitorboxen schnell mit Folie versorgten, war die Band den Schauern ungeschützt ausgesetzt. Viele hätten Poisel, der manchen immer wieder irgendwie an Karlsson vom Dach erinnert, gerne in eine warme Decke gehüllt oder ganz fest in den Arm genommen.

Um die Texte zu verstehen, musste man die Songs schon ganz genau kennen. Denn oft presste Philipp Poisel nur einzelne Worte heraus. Das genügte, denn die Fans nahmen den Ball sofort auf und sangen viele Stücke komplett mit. Es ging quer durch die Alben des Sängers, und der Applaus zeigte, dass sich viele besonders darüber freuten, dass er auch viele alte Stücke spielte. „Froh dabei zu sein“, „Zünde alle Feuer an“ oder „Wie soll ein Mensch das ertragen“ fehlten nicht im Set, das kurz vor 2 Uhr endete. „Danke, Haldern!“, sagte Philipp Poisel. Der Regen hatte da inzwischen aufgehört.

Die Fans waren begeistert und sangen noch minutenlang den Refrain von „Als gäb´s kein Morgen mehr“.

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