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Haldern Pop: Streaming-Festival am 7. August 2020 mit Bands in Haldern und Irland

Streaming-Festival am 7. August : Haldern Pop lässt die Dörfer sprechen

Statt des Festivals gibt es am 7. August ein Streamingkonzert, das eine Brücke schlagen soll: Acht Solo-Künstler und Bands treten zeitgleich an vier Orten in Haldern und dem Dorf Dingle an der irischen Westküste auf.

Eigentlich sollte in der ersten Augustwoche die 37. Auflage des Haldern-Pop-Festivals starten. Gut 60 Bands und Solo-Künstler hätten für das renommierte Open Air am Niederrhein gebucht werden sollen, der Kartenvorverkauf lief gut. Doch seit März wurde den Organisatoren immer klarer, dass die Veranstaltung wie so viele andere auch in diesem Jahr nicht wird stattfinden können.

Eine Enttäuschung, klar. Aber: „In den Seilen gehangen haben wir deshalb nicht“, sagt Stefan Reichmann. Zusammen mit dem Haldern-Pop-Team hat der Festival-Organistor nach Alternativen Ausschau gehalten. Eine davon war unter anderem die Radiosendung „Liedgut“, die im Digitalradio zu hören war. Eine andere wird ein Streaming-Konzert sein, das am 7. August an zwei Orten zeitgleich stattfindet.

Unter dem Motto „Jetzt reden die Dörfer mit Europa“ treten insgesamt acht Bands und Solo-Künstler ohne Publikum in der Halderner St.-Georg-Kirche, dem Jugendheim, der Pop Bar und dem Tonstudio Keusgen und einem kleinen Ort an der irischen Westküste auf.

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Das Dörfchen Dingle, gelegen auf einer Halbinsel am Atlantik, hat gerade einmal 2000 Anwohner. Einer davon ist der Musik- und Filmproduzent Philip King, der – ähnlich wie Reichmann in Haldern – eine ländliche Region mit Kultur versorgt. Seit dem Jahr 2003 ist das „Other Voices Festival“, das an über 20 Orten in Dingle stattfindet, eine feste Größe im Musikgeschäft, das Folkmusik mit Klassik und Pop verbindet. Ein ganz ähnliches Konzept wie das von Haldern Pop.

Kein Wunder also, dass Stefan Reichmann zusammen mit Philip King und André de Ridder, dem Dirigenten des Klangensembles „Stargaze“, während des Lockdowns schnell die Idee entwickelte, mit Musik eine Brücke für kulturellen Austausch zu schlagen.

Geplant sind nicht nur Auftritte von Künstlern, sondern auch Interviews. Sie sollen die Situation aller Beteiligten durch Covid 19 verdeutlichen und wie sie durch diese Initiative auch zum ersten Mal seit langem wieder zusammen kommen. Zusätzlich sollen Porträts der beiden Orte, ihrer Einwohner und der Atmosphäre bei den Proben und Vorbereitungen der Musiker gezeigt werden, die in der Woche vor dem Streaming-Festival entstehen.

Zum Finale der Live-Schaltung werden Sänger in Dingle mit dem „Stargaze“-Orchester, das in Haldern spielt, musikalisch zusammengeführt – die Technik macht’s möglich. Aber auch viele Ehrenamtliche, denen das Haldern-Pop-Festival ans Herz gewachsen ist, wollen sich für das Gelingen des Konzertabends im Internet einbringen. Die Bands wiederum verzichten auf Gage, ihnen werden Transportkosten erstattet.

Das Streaming-Konzert soll erst der Anfang des kulturellen Neustarts sein. „Das Feuer brennt noch nicht, aber es glüht“, sagt Stefan Reichmann, der noch keine Vorhersage wagen will, ob und wie ein Festival im kommenden Jahr stattfinden könnte.

Fest stehen dafür schon zwei weitere Konzertereignisse aus dem Haldern-Pop-Dunstkreis: Am 27. und 28. August werden Kai Schumacher und Gisbert zu Knyphausen in der Pop Bar vor kleinem Publkum (30 Zuschauer) Schubert-Lieder aufführen. Bereits am 17. August ist zudem ein „Kopfhörer-Konzert“ mit „Fortuna Ehrenfeld“ auf dem Halderner Marktplatz geplant. Dazu soll bei dem auf 150 Plätzen reduzierten Konzert jedem Besucher ein Kopfhörer zur Verfügung gestellt werden – ein neues Konzept, das ebenfalls der Corona-Krise geschuldet ist.