Haldern: Marokkaner nach Beil-Angriff vor Gericht

Haldern: Beil-Räuber: Montag Prozessbeginn

In der kommenden Woche muss sich ein Marokkaner vor dem Landgericht Kleve verantworten. Dem 30-jährigen Flüchtling wird vorgeworfen im Januar einen Mann aus Rees und ein Paar aus Wesel überfallen und mit einem Beil bedroht zu haben. Zu den Vorwürfen schweigt der Angeklagte.

Diesen Fall haben noch viele Menschen in Rees gut vor Augen. Noch in diesem Monat könnte er zu einem Abschluss kommen. Am kommenden Montag beginnt vor dem Landgericht Kleve der Prozess gegen einen heute 30-jährigen Marokkaner. Der Flüchtling, der in einer Zentralen Unterbringungseinrichtung in Rees lebte, muss sich wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung sowie eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Tateinheit mit einem räuberischen Angriff auf Kraftfahrer, so die Anklageschrift, verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mann, damals 29 Jahre alt, beide Taten am 2. Januar begangen. Wie berichtet, hatte er zunächst auf dem Bahnhof in Haldern einen 50-jährigen Reeser mit einem Beil bedroht und Bargeld von ihm gefordert. Das Überfall-Opfer warf ihm Geld vor die Füße und rannte davon.

Nur kurze Zeit später soll der Mann einen zweiten Überfall verübt haben. Mit einem Fahrrad habe er laut Anklage die Fahrbahn einer Straße in Empel blockiert und so einen Pkw zum Anhalten gezwungen. Offenbar hatte er es auf das Fahrzeug abgesehen. Die Insassen, eine junge Frau und ein junger Mann aus Wesel, forderte er auf, auszusteigen und schlug mit seinem Beil die Scheibe des Beifahrerfensters ein. Der Beifahrer, der durch den Angriff leichte Schürfwunden davon trug, konnte den Mann allerdings durch heftiges Anbrüllen in die Flucht schlagen.

Der Angreifer lief in ein Waldstück. Eine groß angelegte Suche der Polizei brachte zunächst keinen Erfolg.

Laut Anklageschrift soll der Marokkaner den Überfall in Empel gezielt geplant haben. Das Fahrrad war auf einer unbeleuchteten Straße nahe des Waldes abgelegt worden. Das Paar aus Wesel habe nur mit einer Vollbremsung einen folgenschweren Unfall vermeiden können. Diese Situation habe der Angeklagte ausnutzen wollen, um die Fahrzeuginsassen anzugreifen.

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Obwohl er sich mit einem Mundschutz maskiert hatte, konnte der Mann jedoch durch Zeugenaussagen schnell identifiziert werden. Die Polizei fahndete mit einem Foto nach ihm. Sie stufte den 29-Jährigen als gefährlich ein und warnte davor, ihn anzusprechen. Vermutlich war er allerdings schon unmittelbar nach den Überfällen ins Ausland geflüchtet.

Die Polizei ging jedenfalls relativ schnell davon aus, dass sich der Mann ins Ausland abgesetzt hatte. Sie sollte Recht behalten: Gut vier Wochen nach der Tat ging der Mann den Behörden in Belgien ins Netz. Er konnte in Koekelberg bei Brüssel identifiziert und aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen werden. Er ging in Untersuchungshaft und wurde dann den Behörden in Deutschland überstellt.

Der Angeklagte hat im Ermittlungsverfahren bislang zu den Vorwürfen weitestgehend geschwiegen.

Neben mehreren Zeugen ist auch ein Sachverständiger zur Hauptverhandlung am kommenden Montag geladen. Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage vorgesehen. Die Fortsetzung ist für den  25. Juli vorgesehen.

(bal)