Haldern Festival: So war der Auftakt

HALDERN: Nasser Auftakt beim Haldern Pop

Die Anreise wurde wegen Gewitter und Starkregen recht feucht. Die Fans, die sogar aus Russland kommen, schreckte das aber nicht.

Das Haldern Pop Festival als Station auf der Deutschlandreise – so ist es für Aline und Pawel aus Moskau. Die beiden 30-Jährigen machten sich auf den weiten Weg von Moskau bis ins Lindendorf, um zum ersten Mal an dem familiären Festival teilzunehmen. So kamen sie zusammen mit zahlreichen anderen Fans mit dem Zug um halb elf in Haldern an und nahmen auch direkt den Shuttle-Service von König Pilsener in Anspruch: Ein nummeriertes Bier als Pfand für das Gepäck, das dann entspannt auf dem Fußmarsch zum etwa drei Kilometer entfernten Festivalgelände getrunken werden kann. Das Gepäck der Russen sieht dabei mit zwei großen Reisekoffern eher untypisch für das Festival-Camping aus. „Wir sehen nicht so aus als würden wir campen“, lacht Aline. „Aber wir haben alles im Koffer: Unser Zelt und sogar Gummistiefel.“

Dass das eine weise Wahl war, merkten sie direkt eine Stunde später, als mit einem Gewitter das Festivalwochenende auch von ganz oben eröffnet wurde. Denn zum Haldern Pop Festival gehören schon immer Gummistiefel und Schlamm.

Aline und Pawel hatten aus dem Internet vom Haldern Pop Festival erfahren. „Uns hat beeindruckt, dass das Festival eine so lange Geschichte hat. Es ist unser erstes Festival in Deutschland. In Russland gibt es kaum Festivals und generell gar keine Festivalkultur wie in anderen Ländern“, berichtet Pawel. Da er und seine Freundin aber gerne auf Festivals gehen, haben sie sich für ihre zweiwöchige Deutschlandtour direkt zwei  herausgesucht. Im letzten Jahr waren sie bereits in den Niederlanden bei einem Festival. Am meisten freuen sich die beiden weit Gereisten auf Ariel Pink, der das „Haldern“ am Samstag abschließt und auf die Brüder von The Lemon Twigs.

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Letztere stehen auch auf der Favoritenliste von Marika (27) und Markus (26) aus Bremen, die auch am frühen Vormittag mit dem Zug anreisten. „Beim Haldern Pop Festival ist für uns das beste Festival. Hier ist es so familiär und entspannt und im Vergleich zu anderen Veranstaltungen noch relativ klein.“

Die Atmosphäre schätzt auch Constanze aus Köln, die vor allem wegen des Campings und des netten Zusammenseins gekommen ist. „Ich möchte einfach die Stimmung genießen. Von der Musik lasse ich mich überraschen“, erzählt die 26-Jährige, die schon zum dritten Mal beim Haldern Pop ist. Ihre Gruppe hat sich auch für hohe Temperaturen gerüstet: „Meine Freunde kommen mit dem Auto. Darin haben wir viel Wasser und natürlich darf auch die Sonnencreme nicht fehlen.“

Sonnencreme war freilich erst einmal nicht nötig. Es goss aus Kübeln. Nova und Laura aus Haldern schreckte das nicht. Auch ohne Gummistiefel liefen die beiden 16-Jährigen mitten durch die dicksten Pfützen. Glücklicherweise war der Campingplatz zum Aufbau trocken und der Regen legte immer mal wieder eine Pause ein.

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