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Gut Grondstein: So sah das Schloss in Elten damals aus

Gemälde des Eltener Schlosses : Gut Grondstein: So sah es damals aus

Philip Knoop hat das stattliche Schloss nach einem Stich von Jan de Beijer nachgemalt. Es steht schon längst nicht mehr.

Würde diese prunkvolle Burg heute noch stehen, es wäre ein Hingucker: das Kasteel auf Gut Grondstein.

Philip Knoop hat auf Basis einer Schwarz-Weiß-Zeichnung ein Bild der Burganalge gemalt, füllt damit die Vorstellung mit Farbe. Durch einen Bericht über Theo van Lier ist der in Elten lebende Niederländer Knoop auf die Idee gekommen, mal bei van Lier anzuklopfen. „Ich habe Motive zum Malen gesucht“, sagt der Hobbymaler. Van Lier hat bekanntlich aus Beton und Sandstein alte Eltener Gebäude im Miniaturformat in seinem Garten stehen. Auch das Kasteel Grondstein.

Van Lier gab ihm auch die Zeichnung von einem Kupferstich von Jan de Beijer dazu. „Die habe ich auf Leinwand gemalt“, sagt der 64-Jährige, der als Rentner nun mehr Zeit der Malerei widmet. Und zwar in einem Malkurs von Liselotte de Witte im Pfarrhaus an der Streuffstraße.

Wo hat das Kastell, das teils auch Huis Grondstein genannt wurde, gestanden? „An der Adresse Grondstein 1“, so Knoop. Also direkt an der Grenze zwischen Elten und Babberich. Heute steht dort ein Hof mit Scheune. Eine Erhöhung sei noch immer sichtbar. „Ein Schild verweist darauf, dass hier ein Schlosshof war“, sagt Knoop.

Ursprünglich führte das Gut den Namen „das Grond“ und war ein Lehnsgut der Abtei Elten. Die Herren van dem Gronde waren die ersten Lehnsinhaber. Im 14. Jahrhundert ging das Grundstück in das Eigentum des Herzogs von Kleve über.

Etwa 1378 erbaute Wilhelm van Loel, Pächter des Gutes, auf dem von mehreren Altrheinarmen umflossenen Wardt das Schloss.

Der Herzog übertrug das Schloss der Familie van Loel als Mannlehen. Johann von Rosenau, der die Tochter van Loels heiratete, erbte das Gut. Nach dessen Tode trat 1439 der Sohn Wilhelm von Rosenau das Erbe an.

Da dessen Ehe kinderlos blieb, verkaufte er zu Lebzeiten das Gut Grondstein an seinen Schwager Adolf von Kleve. Dieser wohnte lieber auf seiner Burg in Lobith, weil das Schloss in keinem guten Zustand war. Die Wiederherstellung des Schlosses erlebte Adolf nicht mehr. Der Sohn Johann vollendete die Renovierung. In dieser Zeit ist der Kupferstich von Jan de Beijer entstanden.

In der Lehnsherrschaft folgten Ott van Wylack (1535), Christof Anton in der Hetter (1563) und Johann Christof van Wylich.

Die verschuldete Witwe des inzwischen verstorbenen Wylich verpfändete 1623 Grondstein an den Doktor der Rechte Peter van Poter.

Um eine Zersplitterung zu vermeiden, belehnte der Große Kurfürst als Rechtsnachfolger des Klever Herzogs Johann Sigismund von Wylich mit dem väterlichen Erbe. 1680 wird Philipp Karl Freiherr von Wylich Erbnachfolger.

Das Grundstück blieb in der Folge mit hohen Pfandschulden belastet. 1716 wurde nach dem Tode des Freiherren dessen Sohn Friedrich Graf von Wylich und Lothum mit Grondstein belehnt. Dessen Mutter übernahm 1742, als der Sohn starb.

1749 erbte ihr Enkel Friedrich Wilhelm, Graf von Wylich Grondstein. Es folgte der Verkauf an Heinrich Johann von Hymmen, Klevisch Märkisch Geheimer Regierungsrat, 1755. Es erbten Johann Peter Arnold von Hymmen 1764 und dessen gleichnamiger Sohn 1775. Die Familie blieb im Besitz des Gutes, das aber immer mehr verfiel. Anfang des 19. Jahrhunderts war kaum noch etwas vom alten Glanz geblieben.

(mavi)