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Grüne in Emmerich halten trotz Greensill an Jugendheim fest

Emmerich : Grüne halten trotz Greensill-Verlust an Jugendheim fest

Emmerich droht der Verlust von sechs Millionen Euro, bei der zweiten Einrichtung für junge Leute soll aber nicht gespart werden, sagt Sabine Siebers. Dabei sehen das andere Parteien durchaus kritischer.

Die Fraktion der Grünen hat in einer Pressemitteilung erklärt, dass für sie die zweite Jugendeinrichtung kein Prestigeobjekt sei, wie dies von der BGE bewertet werde. Vielmehr sei diese Jugendeinrichtung „unseren Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 21 schon seit Jahren versprochen worden und längst überfällig“. Auch der Verlust einer Geldanlage dürfe nicht dazu führen, „dass wir unsere Jugend weiterhin im Regen stehen lassen“, schreibt Fraktionschefin Sabine Siebers.

Sie spielt damit auf den vermutlichen Verlust von sechs Millionen Euro an, die die Stadt Emmerich bei der Greensill Bank in Bremen angelegt hat. Die Bank ist mittlerweile in der Insolvenz, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

In der Politik hatte sich angedeutet, dass es für die zweite Jugendeinrichtung in Emmerich kein Geld geben werde.

Das Konzept der Stadtverwaltung sieht ein Jugendzentrum vor, das zuvorderst 14- bis 21-Jährige anspricht. Angesiedelt werden soll es in den Räumlichkeiten des ehemaligen Lokals Terrasana an der Straße Hinter dem Schinken. Die Immobilie soll angemietet werden, so der Plan aus dem Rathaus.

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Doch durch die finanziellen Turbulenzen droht das Vorhaben ins Straucheln zu geraten. „In Abstimmung mit dem Bürgermeister halten wir es jenseits des inhaltlichen Themas für nicht opportun, entsprechende finanzielle Entscheidungen zu treffen“, sagte Jan Ludwig (SPD) als Ausschussvorsitzender jüngst im Jugendhilfeausschuss. Da war gerade bekannt geworden, dass Emmerich viel Geld verlieren könnte. Der Tenor im Ausschuss: Solange nicht klar ist, was mit den sechs Millionen Euro bei der Greensill Bank passiert, sollen auch keine Beschlüsse gefasst werden, die beträchtliche Summen Geld kosten. So verschwand die Vorlage von der Tagesordnung.

Klar ist damit: Das Projekt des zweiten Jugendzentrums dürfte sich verzögern. Jan Ludwig erklärte auf Anfrage unserer Redaktion nach der Sitzung, dass er das Thema in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses besprechen wolle, um eine Empfehlung für den Rat auszusprechen. Bis dahin aber dürfte es dauern. Planmäßig tagt der Jugendhilfeausschuss nämlich erst wieder am 1. Juni.

Die Grünen legen sich allerdings jetzt schon fest. „Wir wollen eine familienfreundliche Stadt sein , dafür ist es unabdingbar, dass wir unseren Jugendlichen ein attraktives Angebot mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten anbieten.“, so Siebers. Das entsprechende Konzept und die Örtlichkeit für die zweite Jugendeinrichtung seien bereits im Jugendhilfeausschuss vorgestellt worden und sollten auch ohne weitere Zeitverzögerung umgesetzt werden.