Großes Interesse an Deichbau zwischen Bienen und Praest

Bienen : Besuch auf der Riesen-Baustelle

Der Deichverband Bislich-Landesgrenze und die Firma Martens en Van Oord luden zur Besichtung des neuen Deichs zwischen Bienen und Praest ein. Das Interesse an der über vier Kilometer langen Baustelle enorm.

Mit so einer tollen Resonanz habe man nicht gerechnet. „Bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Veranstaltung stand eine Schlange an Leuten am Bürgerhaus“, erzählte Holger Friedrich, Geschäftsführer vom Deichverband, der sich auch darüber freute, dass die meisten voll des Lobes waren über die Deich-Baustelle. Nach zwei Stunden waren bereits über 400 Besucher gekommen.

Am Samstag hatte der Deichverband Bislich-Landesgrenze zu einer geführten öffentlichen Baustellenbesichtigung an der B8/L7 zwischen Bienen und Praest eingeladen. Die Deichlänge für den Deichsanierung/-rücklegung – Planabschnitt 4 beträgt vier Kilometer, das Baufeld ist etwa 60 Hektar groß. Baubeginn war im Oktober 2017, Bauende ist für Dezember 2020 geplant. „Aber das Ganze wird voraussichtlich ein Jahr früher fertiggestellt sein“, freute sich Friedrich und lobte die schnelle und qualitativ gute Arbeit des ausführenden Unternehmens „Martens en Van Oord (MvO)“ aus dem niederländischen Oosterhout. Rund 900.000 Kubikmeter Erde werden hier bewegt, das Auftragsvolumen beträgt rund 11.344.270 Euro. Mit zwei Bussen für je 20 Personen wurden die Besucher auf die Baustelle gefahren.

Und es waren nicht nur Männer, die sich für die technischen Daten interessierten. „Man fährt hier so oft vorbei. Da wollte ich gerne wissen, wie es dahinter aussieht“, sagte Aletta Liebel aus Emmerich und hörte gespannt den Ausführungen von Holger Friedrich zu. Die Fahrt ging über den Stahlplattenweg zur alten Bienener Schleuse, die abgerissen und neu aufgebaut wird. Friedrich sprach über den Aufbau der einzelnen Deichschichten und erklärte auf die Frage eines Besuchers, dass der Sichtschutz zum Rhein hin aus ökologischen Gründen aufgestellt werden musste, um die brütenden Vögel zu schützen.

Anschließend fuhr der Bus zur Baustelleneinfahrt an der B8 und stoppte oben auf dem Deich. „Damit Sie ein ‚Feeling’ für die Höhe bekommen“, meinte Friedrich. „Verdammt hoch“, sagte ein Mitfahrer mit Blick auf die B8. Als der Bus an den aufgereihten Baufahrzeugen vorbeirollte, stellte er die wohl nicht ganz ernst gemeinte Frage: „Dürfen wir damit auch mal fahren?“

Ernst Schmeink aus Haffen-Mehr fand die Fahrt sehr interessant. „Als Bürger sollte man schon wissen, was da passiert“, sagte er. Das Ehepaar Rolf und Petra Skrzypczak zog vor zweieinhalb Jahren nach Praest. „Wir wohnen genau am Ende der Deich-Baustelle und sehen jeden Tag, wie dort Berge versetzt werden. Ständig ändert sich das Bild der Baustelle. Da ist es schon faszinierend, mal hinter die Kulissen zu schauen“, sagten sie.

Der Andrang war groß bei den Führungen am Deich. Foto: Markus van Offern (mvo)

Im Bürgerhaus fand eine Power-Point-Präsentation statt, in der unter anderem der Aufbau des Deiches, aber auch die Vorarbeiten – beispielsweise durch den Kampfmittelräumdienst – erklärt wurden. „Mehrere 100 Kilogramm Munitionsschrott wurden gefunden“, sagte der Referent. Zahlreiche Besucher nutzten die Möglichkeit zur Information, dort lagen auch Broschüren und an den Wänden hingen Karten, Pläne und Fotos. Auch Suzanne Hubers und Sohn Lars aus dem niederländischen Wijchen besuchten die Baustelle. „Mein Papa arbeitet hier“, sagte der Zehnjährige stolz, der sich vor allem für die großen Fahrzeuge interessierte

(moha)