Emmerich: Großer Andrang bei "Emmerich live"

Emmerich: Großer Andrang bei "Emmerich live"

Trotz der Kälte flanierten Hunderte von Emmerichern paarweise oder in Gruppen am Samstagabend auf der Rheinpromenade, diesmal nicht, um den Rhein zu genießen, sondern um gute Musik zu erleben. Denn an diesem Abend fand zum fünften Mal die Emmericher Musiknacht statt, gleich zehn Bands spielten in zehn verschiedenen Lokalitäten an der Promenade und in der Innenstadt und luden ein zum Spaziergang durch den Musik-Mix oder zum Verweilen bei der Lieblings-Band.

Jeder hatte da so seine eigene Strategie, wie viel und welche Musik er wo erleben wollte. Tobias Koster war mit mehreren Freunden unterwegs. "Ich suche je nach Gefühl aus, wo´s mir gefällt, bleibe ich länger.” Die Band "Colly and the Steam Rollers”, die im Steiger 1 eine "Rock ´n´ Roll-Party” veranstaltete, fand er gut. Francoise Büns machte es anders. Mit seiner Ehefrau und einem befreundeten Ehepaar lief er an der Promenade entlang, blieb vor den Kneipentüren stehen und lauschte der Musik. So bekam er einen ersten Überblick, welche Musikrichtungen geboten wurden. Er ist begeistert von dem Konzept der Musiknacht und hofft, dass diese auch in den nächsten Jahren weiterhin organisiert wird.

Beim "Franz”, wo "Freezeland” nach dem Motto "Rocking all over the world” für Stimmung sorgte, gab es kaum ein Durchkommen. "Wir sind hier, weil wir diese Band noch nicht kennen”, erzählte Karin Mies. Innerhalb einer Stunde hatte der Event-Mitarbeiter vor der Türe hier 150 Bändchen ausgegeben. Eines an Christina Wentges, die in ihren Semesterferien die Musiknacht in ihrem Heimatort mit Freunden genoss.

"Wir gehen überall mal gucken und bleiben dann da, wo die Nachspielzeit am längsten ist”, erklärte Kathrin Hübers ihre "Nachtstrategie”, als sie, in schon fast kuscheliger Enge, dem Duo "Plug & Play” im Hotel Rheinpromenade zuhörte. Voll war es auch im Bistro 852, wo man die Band "Fun Factor” vor lauter Menschen nicht sah, aber glücklicherweise gut hörte. "Bei der Musikmischung ist für Jung und Alt etwas dabei”, lobte Sandra Alles. Susanne Nolden hatte einen Tipp: "Den Absacker nimmt man am besten im Terrasana oder im PAN, da wird am längsten gespielt.” Im PAN begann "Sugar & Cream” sogar erst um 23 Uhr und lud zum Abtanzen ein.

  • Fotos : Das war die fünfte Auflage von Emmerich live

Im Terrasana war die Band "Trio Puro Sabor” bereits zum dritten Mal zu Gast und zog vor allem die Fans lateinamerikanischer und karibischer Klänge an. Etwas ruhiger ging es im Schlemmerich zu. "Vielleicht sollte man die Musiknacht besser im Mai veranstalten”, schlug der Inhaber vor. Im Hof von Holland rockte die Oldieband "Opas”, zum ersten Mal war Estrella´s Cantina dabei, hier spielten "The Old Eagles” Country & Western-Musik. Und im Raben begeisterte das Duo "Joyride” mit Pubmusic & Oldies.

"Schade, dass es an diesem Wochenende mehrere gute Veranstaltungen auf einmal gab”, bedauerten einige Besucher der Emmericher Musiknacht. So mussten sie sich entscheiden, hätten aber auch gerne die Boomchickas in Elten oder die "Cold Sweat-Night” in Vrasselt erlebt. Rund 50 Gäste genossen in der Eltener Taverne die Musik der Boomchickas, die für ihren mitreißenden Sound über die Grenzen Emmerichs hinaus bekannt sind und eine größere "Fangemeinde” verdient hätten. Das fand auch Uwe Scharmacher, der den Abend organisiert hatte. "Im letzten Jahr war die Resonanz bedeutend größer”, sagte der Taverne-Inhaber. Die meisten gehören zum Stammpublikum, aber er denke, dass auch einige nach "Emmerich live!” gegangen sind. Leider stand der Termin mit den Boomchickas schon länger fest. Diejenigen, die gekommen waren, erlebten einen gemütlichen Abend mit toller Musik.

Der Saal Slütter in Vrasselt war dagegen brechend voll. Rund 400 Besucher, viele auch aus Borken, Haldern, Kleve und Rees, waren begeistert von der musikalischen Darbietung der elfköpfigen Band "Cold Sweat & the horny horns”, die auch noch zwei Gastmusiker mitgebracht hatten. "Das sind mehr Besucher als im Vorjahr”, meinte Yannik Wissing, der an der Kartenausgabe stand. Axel Wismans bedauerte, dass der Termin mit der Musiknacht kollidierte. "Eine Woche, nachdem ich den Termin vereinbart hatte, hörte ich, dass an diesem Samstag die Musiknacht stattfindet”, so Wismans. Da konnte der Termin nicht mehr verschoben werden. "Ich wollte auf keinen Fall Konkurrenz sein, zumal ich selber ein großer Fan von Emmerich live bin und gerne hingegangen wäre.”

(RP)