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Große Resonanz auf ersten Gottesdienst nach dem Lockdown in Rees-Mehr

St. Vincentius Mehr : Erster Gottesdienst in Mehr nach dem Lockdown

In Mehr wurde am Sonntag nach über drei Monaten wieder eine Heilige Messe gefeiert. Der Gottesdienst fand unter freiem Himmel statt. Die Resonanz war groß. Lösung für Pfarrheim wird gesucht.

Rund drei Monate dauerte der Corona-Lockdown bei den Gottesdiensten in Mehr. So lange nämlich wurde in dem Ort keine Heilige Messe mehr gefeiert. Und auch das traditionelle Pfarrfest fiel der Pandemie zum Opfer. Gleichzeitig bot der Termin aber die Gelegenheit, einen Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern und damit die Auflagen zu erfüllen, die in der St.-Vincentius-Kirche nur schwer umzusetzen sind.

Und viele Mehrer schienen auf die Gelegenheit gewartet zu haben. Denn fast alle Plätze am Pfarrheim waren besetzt. Die Besucher hatten sich vorher anmelden müssen. Jeder wurde am Eingang kontrolliert, musste mit Maske bis zu seinem Platz gehen. Pfeile zeigten die Laufwege an, jeder Sitzplatz war genau markiert, damit die Abstände eingehalten werden. „Es ist schön, Sie wiederzusehen“, sagte Pfarrer Michael Eiden zur Begrüßung. Man lebe in einer verrückten Zeit und habe inzwischen gelernt, damit zu leben. Und es sei gut, in diesen Zeiten Gottesdienst zu feiern. Manchem habe die Situation sicher auch Angst gemacht, und in so einer Lage tue es dann besonders weh, nicht zusammen sein zu dürfen. „Wir haben aber Formen gefunden, um trotzdem in Kontakt zu bleiben“, so Eiden. „So sehr wir Angst hatten, so sehr hat uns das miteinander verbunden.“

In Mehr wurde der erste Gottesdienst seit langem gefeiert. Wer daran teilnehmen wollte, musste sich zuerst eintragen. Foto: Latzel

Eiden nutzte den Gottesdienst um drei neue Messdienerinnen aufzunehmen. Tilda Reder, Leni Ressing und Emma Scheepers erhielten ihre gesegneten Ministranten-Plaketten während der Feier. Richtig dienen durften sie im Gottesdienst nicht. Das hätte gegen die Corona-Schutzverordnungen verstoßen.

Leni Ressing, Tilda Reder und Emma Scheepers erhielten ihre Ministranten-Plaketten. Foto: Latzel

Es sei bedauerlich, dass in der Kirche in Mehr derzeit keine Gottesdienste gefeiert werden könnten, das sei aber nicht zu ändern. Eiden würde sich daher freuen, wenn man noch einmal draußen feiern könnte. Eventuell zur Erstkommunion. Haldern etwa plane einen Gottesdienst auf dem Reitplatz. In Haffen wird bereits am Samstag ein Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern. Auch dort darf die Kirche derzeit nicht genutzt werden. Die Heilige Messe findet daher am Samstag, 27. Juni, um 17 Uhr an der Schützenhalle statt (Anmeldung nicht erforderlich).

Wegen Corona ist auch die Diskussion um die Zukunft des Pfarrheims in Mehr auf Eis gelegt. Problem sei die Größe des Gebäudes, so Pastor Eiden. Daher sollen Verantwortliche von Vereinen und Verbänden aus Mehr zu einem Treffen eingeladen werden, um Ideen auszutauschen. Nach den Ferien soll dieses Gespräch stattfinden. „Vielleicht finden wir gemeinsam eine Lösung“, ist die Hoffnung des Pfarrers. Beim Pfarrheim gehe es nicht nur um die Kirchengemeinde, es sei ein Treffpunkt für den ganzen Ort.