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Haldern: Glücksgefühle im Lindendorf

Haldern : Glücksgefühle im Lindendorf

Dornick konnte beim Bezirksschützenfest jubeln. Andreas Anschütz sicherte sich die Königswürde und seine Regentin Sandra Henseler stand ihm in nichts nach. Sie gewann das Vogelknüppeln der Königinnen.

Was für ein Tag für Andreas Anschütz! Gerade hatte er am Samstagnachmittag die Königswürde abgegeben, denn in Dornick fand an diesem Wochenende das Schützenfest der St. Johannes-Bruderschaft statt, da wurde er gut vier Stunden später schon erneut inthronisiert, diesmal als Bezirksschützenkönig.

Um 19.22 Uhr, mit dem 91. Schuss, holte der glückliche Diplomingenieur in einem spannenden Wettkampf mit immerhin 17 Mitbewerbern den Vogel von der Stange. Zu seiner Königin wählte der 31-jährige Dornicker Sandra Henseler, die kurz vorher den Wettbewerb im Vogelknüppeln der Königinnen gewonnen hatte.

"Diese Ergebnisse bringen wir als Geschenke für den neuen Dornicker König mit", sagten sie glücklich. Übrigens bekommt das Paar in drei Monaten noch "königlichen" Nachwuchs. Nach 48 Jahren hatte Tobias Herbst im letzten Jahr die Bezirksschützenkönigswürde errungen und das Bezirksschützenfest des Bezirksverbandes Rees der Historischen Schützenbruderschaften nach Haldern geholt. Seine Königin Jelena hatte im letzten Jahr auch den Wettbewerb im Vogelknüppeln gewonnen.

Vogelknüppeln

Rund 900 Schützen aus 18 der 21 zugehörigen Bruderschaften kamen, darunter die amtierenden Königspaare und 136 Thronpaare. Nach einem Wortgottesdienst auf der Festwiese, den Bezirkspräses Franz Josef Pail aus Loikum hielt und einigen Grußworten, unter anderem von Bezirksbundesmeister Johannes Griebler, zogen die Schützen über die Lindenstraße zum Festplatz.

"Auf das gemeinsame Spiel des sechs Musikgruppen und das Fahnenschwenken haben wir verzichtet, weil sich das Wetter zuzog", erklärte Manfred Daleske. Doch die St. Josef-Schützenbruderschaft hatte Glück, bis auf einige Tropfen blieb es trocken und die Wettbewerbe konnten pünktlich stattfinden. So mancher Knüppel beim Vogelknüppeln der Königinnen landete in der Nähe des Publikums, das respektvoll Abstand hielt.

Als treffsicher zeigte sich Rebekka Siemes (Praest), die den Kopf traf, Vanessa Wassener-Jühe (Haffen) holte den rechten, Carmen Becker (Bienen) den linken Flügel und Marion Frauenrath (Esserden) den Schwanz. Der Vogel für den Königinnen-Wettbewerb steckte auf einer etwa fünf Meter hohen Stange. Mit einem Knüppel warfen die Frauen von unten gegen die oben auf den Rumpf aufgesteckten Teile wie Flügel, Schwanz und Kopf, um sie herunter zu holen. Der Wettbewerb war vor dem Königschießen beendet.

Zufall oder Ohmen: In diesen und im letzten Jahr gewannen jeweils die Königinnen, deren Ehemänner schließlich den Vogel zum Bezirksschützenkönig herunter schossen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Glücksgefühle bei Schützen in Dornick und Haldern

(jul)