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Emmerich: Gläubige bauen "Klagemauer" und "Traumschloss"

Emmerich : Gläubige bauen "Klagemauer" und "Traumschloss"

Bei herrlichstem Sonnenschein wurde es am Donnerstagabend unterhalb der Martini-Kirche ganz schön voll. Etwa 40 Gläubige aus der Seelsorgeeinheit St. Christophorus / St. Johannes der Täufer waren gekommen, um ihren Ärger und ihre Wünsche kreativ zu "verwandeln". Andrea Schaffeld und Dirk Kraayvanger, beide ehemalige Mitglieder des Seelsorgerates hatten zu dieser speziellen Veranstaltung geladen.

"Der Konflikt um Pfarrer Karsten Weidisch und Kaplan Christian Olding hat einigen Gemeindemitgliedern in den letzten Wochen und Monaten ziemlich zugesetzt", erklärte Dirk Kraayvanger. Die Betroffenen sollten sich mitteilen können. Man wollte eine "Klagemauer" aus Pappkartons aufbauen. Unter dem Motto "Klagemauer einreißen - Traumschloss bauen" sollten die Christen auf jeweils einer Seite eines Kartons mit schwarzen Stiften ihr Empfinden und ihre Gedanken zu der Gesamtsituation der Gemeinde aufzeichnen. Auf der anderen Seite sollten mit bunter Farbe Wünsche und Träume für die Gemeinde aufgeschrieben werden.

So entstand in ziemlich kurzer Zeit eine beachtliche Klagemauer aus Pappkartons, die die Teilnehmer, darunter viele Mitglieder des ehemaligen Veni-Teams, bemalt hatten. "Das ist nicht die Kirche, die Jesus sich wünscht", oder "Was blöd ist? Dass Kinder nicht mehr in die Kirche gehen, weil für uns nichts mehr da ist", war da zu lesen.

Wie es in der Gemeinde jetzt weitergeht, darauf hatte Dirk Kraayvanger nur ein Achselzucken parat. "So eine Situation, wie wir sie hier vorfinden, hat es im Bistum Münster bisher nie gegeben", sagte er. Das Bistum sei wohl ratlos, "der Weihbischof hat bisher nichts als leere Versprechungen zurückgelassen".

(flot)