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Gestörtes Idyll im Gisbert-Lensing-Park in Emmerich

Bürgermonitor : Gestörtes Park-Idyll

Anwohner des Gisbert-Lensing-Parks beklagen sich über frei laufende Hunde und deren Hinterlassenschaften. Auch das Ordnungsamt wurde bereits informiert.

Eigentlich ist der Gisbert-Lensing-Park ein wunderschöner kleiner Park, der zu einem gemütlichen Spaziergang einlädt. Emmericher aus der Nachbarschaft führen dort gerne ihre Hunde aus. Doch seit einiger Zeit wird ihnen dieser Spaziergang verleidet – durch Leute, die ihre Hunde einfach frei laufen lassen. „Und wenn man mit ihnen spricht, bekommt man aggressive Antworten“, erzählt ein Ehepaar, das seinen Namen aus Angst vor Repressalien nicht nennen möchte. Erst in der letzten Woche habe einer der Hunde laut kläffend vor ihr gestanden und sie habe ihren Hund – der immerhin rund 50 Kilogramm wiegt – kaum halten können.

Einige Leute sitzen ab nachmittags – bei schönem Wetter bis spät in den Abend – hinten im Park auf einer Bank und trinken dort öfter eine Flasche Bier. Dagegen habe keiner etwas. Doch ihre Hunde lassen diese Leute immer frei laufen. Nicht nur, dass sie große Löcher in Wegen und Rasen gebuddelt haben, sie verunsichern die Parkbesucher. „Da sind Familien mit kleinen Kindern, die dort spielen oder ein Picknick machen möchten. Die Kinder bekommen Angst, wenn die Hunde plötzlich vor ihnen stehen“, so der Emmericher. Einige Tiere seien unberechenbar, ein Hund habe schon versucht, zu beißen. Auch ältere Leute, die teilweise mit Rollatoren und kleinen Hunden unterwegs sind, werden durch die freilaufenden Vierbeiner erschreckt.

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Zudem bleiben die Hundehaufen der nicht angeleinten Hunde liegen, weil die Eigentümer nicht darauf achten, wo sie ihr Geschäft verrichten. „Ich bin froh, dass ich einen großen Hund habe, denn sonst würde ich mich gar nicht in den Park trauen“, sagt die Frau, die auch noch einen kleinen Hund besitzt. „So macht das Spazierengehen keinen Spaß.“ Sie könne die beiden Hunde kaum an der Leine halten, wenn die anderen Tiere frei angerannt kommen.

„Wir würden uns wünschen, dass hier mal stärker durch das Ordnungsamt kontrolliert wird.“ Hunde müssen im Stadtgebiet angeleint sein und die Besitzer haben dafür zu sorgen, die Hinterlassenschaften in die entsprechenden Abfallbehälter zu entsorgen. Auch die Abfälle des Picknicks müssten jeden Morgen von den Männern der Ordnungstruppe weggeräumt werden, obwohl direkt neben der Bank ein Mülleimer steht, hat der Mann beobachtet.

Das Ehepaar hat dem Ordnungsamt einen Brief geschrieben und hofft, dass die Mitarbeiter der Stadt darauf reagieren. Sie hätten auch einen Lösungsvorschlag: Zur Bahn hin ist das Gelände mit einer Mauer und einem Zaun abgegrenzt. Wenn man dort ein weiteres Stück Zaun ziehen würde, würde man ein Gehege schaffen, wo die Hunde sich frei bewegen könnten.

Auch auf ein weiteres Anliegen hat das Ehepaar das Ordnungsamt aufmerksam gemacht: Neben dem ehemaligen Kiosk von Lindeboom sei schon seit längerer Zeit an einem Reklamefenster eine große Glasscheibe kaputt, große Scherben hängen da heraus, an denen Passanten sich verletzten könnten. Da wäre es aus Sicherheitsgründen wichtig, dass diese Scherben schnell entfernt werden.

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