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Gesamtschul-Umbau in Emmerich kostet 4,7 Millionen Euro

Schulen : Punktlandung bei 4,7 Millionen Euro

Die ehemalige Hauptschule ist nun Teil der Emmericher Gesamtschule. Donnerstag war Rundgang.

Am Montag geht es los. Dann werden die ersten Gesamtschüler in der umgebauten ehemaligen Europaschule unterrichtet. „Nach eineinhalb Jahren Baustellendreck freuen wir uns auf die Schüler“, sagte Hausmeister Mark Tebaay bei einem Rundgang durch das Gebäude. Noch sind einige Handwerker an der Arbeit, aber bis zum Ende der Osterferien wird das Meiste fertig sein, ist sich Ralf Ziegler sicher. „Da sind nur noch Restarbeiten zu erledigen. Und wir warten noch auf Mobiliar“, erklärte der Bauleiter.

Bürgermeister Peter Hinze freute sich: „Nach 20 Monaten Bauzeit wurde in dem 60-jährigen Gebäude ein Standard geschaffen, der sich sehen lassen kann.“ Er dankte den Handwerkern, den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Schulleitung – Schulleiterin Christiane Feldhaus und Alexis Terhürne-Lensing waren auch bei dem Rundgang dabei – für die gute Zusammenarbeit.

Sitzenbleiben erwünscht: die neuen Schulmöbel. Foto: hartjes

Kosten: 4,7 Millionen Euro wurden verbaut. „Das war der Ansatz in der Planung, wir erreichten eine Punktlandung“, so der Bürgermeister. 825.000 Euro wurden in die Ausstattung investiert, 250.000 Euro für die naturwissenschaftlichen Räume und 170.000 Euro für 20 Touchpanels. Die Lehrküchen kosteten 58.000 Euro, die Werkräume 70.000 Euro. „Beim Mobiliar haben wir viel Wert auf eine gute Qualität gelegt“, sagte Hinze.

Material: Die Schule war damals für eine andere Schulform ausgelegt, deshalb sei der Umbau eine echte Herausforderung gewesen, vor allem in Bezug auf die Brandschutztechnik, sagte Ziegler. „Jetzt liegen aber alle Prüfberichte vor, die Schule ist betriebssicher.“ Alle Leitungen wurden ersetzt durch den neuesten Stand der Technik. Ziegler erläuterte, was alles „verbaut“ wurde: Unter anderem 50.000 Meter Kabel, 480 Leuchten, 230 Sicherheits- und Rettungskennzeichenleuchten, 20 Kilometer Netzwerkkabel, 1300 Steckdosen und 309 Rauchmelder. Für die Heizungsanlage verlegten die Monteure 3990 Meter Leitungen, zusätzlich 1100 Meter Abwasser- und 1200 Meter Trinkwasserleitungen.

Ausstattung: Jeder Klassen- und jeder Fachraum hat ein Touchpanel, das auch wie eine Tafel oder ein White Board genutzt werden kann. „In jedem ist ein Computer integriert“, erklärte Jannik Visser von der Schulverwaltung, der für die Ausstattung zuständig war. „Man kann hier individuelle Ergebnisse zusammenführen und auch Präsentationen machen“, sagte die Schulleiterin. Alle Lehrer werden eine spezielle Schulung zur Nutzung der Panels besuchen. Die wissenschaftlichen Räume sind auf den neuesten Stand der Technik ausgerüstet. „Emmerich ist ein Chemiestandort“, sagte Feldmann. Die gute Ausstattung ermögliche neben dem Unterricht auch wissenschaftliche AGs, unter anderem werden sich einige Schüler im neuen Schuljahr an „Jugend forscht“ beteiligen. Die Schulküche wurde mit vier voll eingerichteten Küchenzeilen mit Induktionsherden bestückt. An einer Wand gibt es vier moderne Backöfen in Arbeitshöhe.

Inklusion: In einem speziellen Anbau wurde ein Fahrstuhl untergebracht. Neben dem Haupt-Sanitärbereich für die Schüler gibt es auf jeder Etage ein Behinderten-WC mit Notsignal. Die Meldung kommt auch als SMS auf das Handy der Hausmeister.

Sicherheit: Es gibt eine flächendeckende Alarmierungsanlage, über die Lautsprecher-Durchsagen und Pausensignale laufen, aber auch eine Feuer- oder Amok-Alarmierung erfolgen kann. Installiert wurde eine „dynamische Fluchtwegtechnik“, gesteuert von der Brandmeldeanlage. Rote Kreuze und grüne Pfeile weisen den Fluchtweg bei Feuer. Im Schulgebäude gibt es verschiedene Monitore, auf denen Informationen und Stundenpläne bekannt gemacht werden.

Verwaltung: Im Verwaltungsbereich sind Büros, Lehrerzimmer, Sanitätsraum und Besprechungsräume untergebracht. Das großzügige Lehrerzimmer wird später zum Selbstlernzentrum für die Oberstufe.

Aula: Hier wurde eine neue Decke eingezogen mit Akustikplatten. Technik und Beleuchtung sind neu. Der Eiche-Fußboden wurde erhalten, ebenso die Holzwände. „Die sind akustisch sehr wertvoll“, sagte Ziegler.

Tim Gulich, Schüler der Klasse 9 der Gesamtschule, war ebenfalls beim Rundgang dabei. Er absolviert zurzeit ein Praktikum bei der Firma Stelzig, die letzte Elektroarbeiten ausführte. „Die Schule hat eine tolle Ausstattung“, sagte er. „Sie ist megaschön geworden.“