Emmerich: Gericht spricht Benkelberg frei

Emmerich: Gericht spricht Benkelberg frei

Eckhard Benkelberg hatte es in der RP vom vergangenen Freitag bereits angekündigt: "Nach einer halben Stunde bin ich freigesprochen", hatte der Emmericher Anwalt und Familienrechtler prophezeit. Und er sollte Recht behalten: Nach 29 Minuten sprach Richterin Anja Radde Benkelberg vom Vorwurf der zweifachen Beleidigung frei.

Angezeigt worden war der bundesweit bekannte Anwalt von Edmund Verbeet, der gestern urlaubsbedingt nicht persönlich erschien. Der ist bekanntlich Direktor am Emmericher Amtsgericht und schon öfter mit Benkelberg fachlich aneinander geraten. Der Vorwurf: Benkelberg habe in einer "Familiensache" in Richtung Verbeet von "versuchtem Prozessbetrug" gesprochen. Und zwar sowohl schriftlich als auch mündlich in der späteren Verhandlung.

Ein Vorwurf, den Benkelberg gestern so nicht stehen ließ. Vielmehr grenze das Verhalten Verbeets in der angesprochenen Verhandlung lediglich an eine Anstiftung zum versuchten Prozessbetrug. Wie auch immer: Benkelberg hat mit seinen Aussagen die Neutralität und Objektivität von Verbeet in Frage gestellt. Was der mit einer Anzeige mit zwei Fällen konterte.

Doch die Richterin folgte der Argumentation Benkelbergs und schmetterte die vom Staatsanwalt geforderte Geldsstrafe von 4000 Euro mit dem Freispruch ab. "Die freie Meinungsäußerung und die freie Berufsausübung decken in diesem Fall das Verhalten des Angeklagten", so Anja Radde in der Urteilsbegründung.

Zwar sei die Äußerung Benkelbergs schon eine Missachtung des Richters gewesen. Doch in solchen Positionen müsse man sich auch einiges gefallen lassen, so Radde weiter. Sie machte aber gleichzeitig klar, dass die entsprechende Äußerung nicht hätte fallen müssen.

Doch bereits vorher wurde deutlich, wie tief der Graben zwischen den beiden Juristen offenbar ist. Benkelberg hatte Akten von 15 Fällen auf seinem Tisch gestapelt, bei denen er von einer "Drangsalierung durch Verbeet" sprach. "Er macht, was er will, aber eben nur in meinen Verfahren", so Benkelberg.

(RP)