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Geldern/Borken: Internet-Ausfall in 30.000 Haushalten am Niederrhein

Von Geldern bis Borken : Internetausfall zur Primetime traf 30.000 Haushalte am Niederrhein

Am Dienstagabend schauten auch am Niederrhein Tausende in die Röhre. Für mehrere Stunden fiel das Internet bei dem Unternehmen Deutsche Glasfaser aus.

Ein Film bei Netflix? Ein Internetspiel, ein Telefonat mit der Familie, ein letzter Arbeitsschritt im Homeoffice? In weiten Teilen des Niederrheins von Rees, Schermbeck, Hünxe, Hamminkeln bis hin nach Issum und Geldern war damit am Dienstagabend kurz vor 20 Uhr Schluss. Plötzlich war das Internet weg, die Leitung der Firma Deutsche Glasfaser tot. Auf ihrer Störungsseite informierte das Unternehmen, dass es eine Störung im Westmünsterland gebe, vom Niederrhein war da nicht die Rede. Zu erreichen war niemand mehr, da telefonischer Service um diese Uhrzeit nicht mehr angeboten wird. Also blieb zahlreichen Glasfaser-Kunden nur das Abwarten. Es dauerte einige Zeit, bis nach und nach immer mehr Haushalte wieder mit dem weltweiten Netz verbunden waren und dann auch wieder telefonieren konnten. Denn inzwischen laufen auch alle Telefone bei Deutsche Glasfaser über die Datenautobahn.

Dennis Slobodian, Sprecher der Deutsche Glasfaser, bestätigte am Mittwochmorgen, dass es eine Störung gegeben habe. Das Unternehmen habe die Situation aber relativ schnell unter Kontrolle gehabt. Das Internet sei von 19.45 bis 23.20 Uhr ausgefallen, also genau in der Zeit, in der viele jetzt am Abend das Netz nutzen.

Ursache der Störung sei ein Softwareproblem in den beiden Kreisroutern in Borken und Ahaus gewesen. Der Niederrhein hänge am Router in Ahaus und sei daher betroffen gewesen. Insgesamt sei in rund 30.000 Haushalten das Internet ausgefallen.

Die Fachleute von Deutsche Glasfaser hätten das Softwareproblem relativ schnell im Griff gehabt. „Wir haben jetzt Maßnahmen ergriffen, dass ein solches Problem nicht mehr vorkommen sollte“, so Slobodian. Eine solche Störung sei die absolute Ausnahme. Sie habe auch nichts mit dem zusätzlichen Datenaufkommen in Zeiten von Corona zu tun. „Hier haben wir noch genug Kapazitäten“, sagt er. Verstärktes Homeoffice mache sich aktuell auch kaum bemerkbar. Anders sei das am Abend. In Coronazeiten werden offenbar besonders viele Filme gestreamt. Gestiegen ist auch die Zahl der Telefonanrufe. Dafür hat die Deutsche Glasfaser extra die Kapazität verdoppelt.

Dass vom Niederrhein auf der Störungsseite nichts zu lesen war, liege daran, dass man das nicht so genau eingrenzen könne. Rees reiche eben noch in den Bereich Westmünsterland hinein. „Wir versuchen die Störung immer so transparent wie möglich darzustellen, doch das ist in Grenzbereichen nicht immer möglich“, so der Sprecher.