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Geld vom Land für die Sanierung von "de wette Telder" in Emmerich

Emmerich : „Wette Telder“: Grünes Licht vom Land

Emmerich bekommt 1,6 Millionen Euro aus Düsseldorf. Die Sanierung kann weitergehen. Doch wie hoch sind die Kosten für die Stadt mittlerweile? Das wird die Verwaltung der Politik mitteilen müssen.

Das Land Nordrhein-Westfalen gibt Geld für die Sanierung des Gebäudes „De wette Telder“ an der Steinstraße.

Wie berichtet, haben die beiden CDU-Landtagsabgeordneten für den Kreis Kleve, Dr. Günther Bergmann und Stephan Wolters, die Zusage für die Fördermittel bekannt gegeben.

Emmerich erhält 1.673.000 Euro zur Unterstützung von Baumaßnahmen, die der Verbesserung des Stadtbildes dienen. Den Löwenanteil bildet „De wette Telder“.

Weiteres Geld geht in den Verfügungsfonds für Innenstadtinitiativen sowie zur Untersuchungen der Sanierungsmaßnahme Blücherstraße.

Insgesamt fließen aus dem Städtebauförderprogramm 2022 rund 6,3 Millionen Euro in den Kreis Kleve.

Die Emmericher Stadtverwaltung hat zwar noch keinen Bescheid aus Düsseldorf über das Geld bekommen. Das ist allerdings nicht unüblich, denn die Landtagsabgeordneten sind in der Regel schneller mit der Mitteilung als die entsprechende Landesbehörde.

So kann getrost davon ausgegangen werden, dass Emmerich über die Summe verfügen kann. Und möglicherweise ergibt sich daraus auch ein neuer Projektstart für das Haus „De wetteTelder“ in der zweiten Jahreshälfte.

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Stadtsprecher Tim Terhorst hatte bereits vor einigen Monaten erklärt, Emmerich erhoffe sich einen Förderbescheid des Landes im Sommer. Danach werde die Verwaltung das Projekt der Politik und der Öffentlichkeit noch einmal vorstellen.

Der Hintergrund: Die Sanierung eines der ältesten Häuser der Stadt begann im Jahr 2019 und endete danach rasch wieder. Der Emmericher Architekt gab den Auftrag zurück. Die Statik erwies sich als schwierig. Der Klever Architekt Barend van Ackeren, der im Jahr 2017 an den Ausschreibungen für die Sanierung teilgenommen hatte, den Zuschlag aber nicht von der Stadt bekam, weil seine Kalkulationen den Verantwortlichen zu hoch lagen, übernahm. Seine Kalkulation schien 2017 aber schon die richtige gewesen zu sein: Statt 1,1 Millionen Euro, wie damals geplant, lagen die Kosten Anfang 2021 bereits bei 2,2 Millionen Euro.

Dass das im Jahr 2022 bei den weiterhin gestiegenen Kosten für Bauvorhaben noch ausreichend sein wird, ist unwahrscheinlich. Das Statistische Bundesamt gibt für 2021 eine Baukostensteigerung für durchnschnittliche Wohnhäuser von 6,4 Prozent an. Für 2022 sind es 17,6 Prozent.

Durch die Verzögerungen und Schwierigkeiten ist der 90-prozentige Zuschuss von Land und Bund, den die Stadt Emmerich zunächst bekommen hatte, längst weg. Die Stadtverwaltung hoffte im Anschluss, über Städtebau-Fördermittel des Landes einen Zuschuss in Höhe von 70 Prozent zu bekommen. Das hat nun geklappt. Der Eigenanteil der Stadt Emmerich hat sich dadurch von ursprünglich 100.000 Euro auf zwischenzeitlich 800.000 Euro erhöht. Das wird inzwischen wohl noch mehr sein und spannender Teil der Neu-Vorstellung des Projektes durch die Stadtverwaltung werden.

Aber ergibt sich daraus eine neue, grundsätzliche Debatte der Politik über das Projekt? Vermutlich nicht.

Der Rat der Stadt Emmerich hatte Februar 2021 mit Mehrheit für die Fortführung des Sanierungsprojektes gestimmt. Die CDU hat damals erklärt, der Beschluss zur Sanierung sei aufgrund falscher Angaben aus dem Rathaus und von Experten getroffen worden.

Allerdings lässt die Mehrheit im Rat bislang keinen Zweifel daran, dass das ursprüngliche Ziel weiterverfolgt wird. Bereits 2018 wurde die Einrichtung eines Familienbüros in Emmerich beschlossen. Ursprünglich sollte dieses im Gebäude Wette Telder eingerichtet werden. Doch aufgrund der Verzögerung, ging es in eine Übergangslösung: in das leerstehende Ladenlokal an der Steinstraße 10. Seit 12. Januar 2021 gibt es hier das Ebkes – und damit auch das Familienbüro Emmerich. Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, soll es umziehen in das historische Gebäude.

Zur Erinnerung: Die Stadt hat das Gebäude nach Jahren des Leerstands gekauft und 2017 ein Konzept für die Nutzung vorgelegt. Im Januar 2019 hatte die Baufirma Brouwer aus Emmerich mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Die Planung sah vor, dass die Giebel an der Vorder- und Rückseite während der Bauphase mit Stahlbändern gehalten werden, damit sie nicht herunterfallen. Mit den Stahlbändern sollten sich die Giebel gegenseitig stützen. Der Plan aber ging nicht auf, das Projekt geriet ins Stocken.

Im September 2019 gab dann auch noch der Emmericher Architekt den Auftrag aus persönlichen Gründen zurück. Barend van Ackeren aus Kleve übernahm und löste die Statik-Probleme.

Doch schnell war klar: Der Kostenplan würde nicht zu halten sein. Schließlich sei der Aufwand für den Brandschutz und für die Maßnahmen, das Haus bei den Arbeiten vor Beschädigungen zu schützen, zu hoch, sagte die Stadtverwaltung.