1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Emmerich: Geld fürs Taxi, wenn der Bus zu voll ist

Emmerich : Geld fürs Taxi, wenn der Bus zu voll ist

Ab sofort soll das Problem mit überfüllten Schulbussen nach Elten erledigt sein: Es wird ein größerer Bus eingesetzt. Auch können Familien sich auf die "Mobilitätsgarantie" berufen, die die Niag bietet. Dann gibt's Geld fürs Taxi.

Am Mittwoch hat die Niag neu gezählt, wie viele Schüler sich in Emmerich tatsächlich in den Bus nach Elten quetschen. Gleichzeitig fuhren Mitglieder des Niag-Vorstands höchstselbst in der Linie mit, "um sich ein Bild zu verschaffen", so Sprecherin Beate Kronen. Ergebnis: Der zweite Bus nach Elten war wirklich zu voll. "Die aktuelle Zählung hat ergeben, dass doch einige Schüler mehr da waren, als wir früher gezählt hatten." Konsequenz: "Ab heute setzen wir einen Gelenkbus ein, um die Situation zu entspannen."

Jetzt sollte also Schluss sein mit den Klagen von Eltern, die ihren Nachwuchs immer wieder von den unterschiedlichen Schulen abholen müssen, weil die Kinder es nicht mehr in den Bus schaffen. Und falls nicht, können Familien sich gegebenenfalls auf die "Mobilitätsgarantie" berufen, die die Niag bietet, und Geld fürs Taxi fordern. Diese Garantie gilt nämlich auch für die Inhaber des Schoko-Tickets.

Nach den offiziellen Richtlinien greift sie in Fällen, in denen Busse mehr als 20 Minuten Verspätung haben und es keine alternative Verkehrslinie gibt, die genutzt werden könnte. Aber — auch, wenn es nicht ausdrücklich in den Bedingungen steht: Die Garantie greift auch dann, wenn der Bus zum Mitfahren einfach zu voll, ist. Das versichert jedenfalls Niag-Sprecherin Beate Kronen.

  • Emmerich : Niag: "Mitarbeiter hat Schüler am Gymnasium nicht in Bus gedrängt"
  • Emmerich : Niag gibt interne Nummer für Eltern heraus
  • Emmerich : Elten: Schon wieder Problem mit Niag-Schulbussen

Die Niag gelobt, dann Taxikosten in Höhe von bis zu 25 Euro zu übernehmen. Für Schokoticket-Inhaber durchaus interessant: Sollte sich die Verspätung nach 20 Uhr ereignen, werden sogar bis zu 50 Euro bezahlt.

"Die Garantie greift natürlich, wenn es keine andere Fahrtmöglichkeit gibt", macht Kronen klar. Wird bei der Schülerbeförderung zum Beispiel ein zusätzlicher, nachfolgender Bus eingesetzt, in den die Kinder zusteigen könnten, können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Und einige Ursachen für Verspätungen sind von der Mobilitätsgarantie prinzipiell ausgenommen: Streik, Unwetter, Naturgewalten oder Bombendrohungen.

Die Möglichkeit, Fahrtgeld einzufordern, wird generell kaum genutzt. "Im gesamten Jahr 2012 hatten wir bisher 17 Anfragen im ganzen Gebiet der Niag", so Beate Kronen, "also in den Kreisen Kleve und Wesel und Teilen von Duisburg. Und darunter waren keine von Schulkindern."

Wer Ansprüche geltend machen will, muss binnen 14 Tagen einen ausgefüllten Antrag, die Quittung über die Taxifahrt und gegebenenfalls die Kopie des Bus-Tickets einreichen — bei Inhabern eines Abonnements wie des Schoko-Tickets erübrigt sich diese Kopie. Das Antragsformular kann im Internet heruntergeladen werden unter www.niag-online.de/1039-0-Mobilitaetsgarantie.html. Dort sind auch alle Bedingungen rund um die Garantie nachzulesen.

(RP)