Emmerich: "Gefahr für Leib und Leben"

Emmerich: "Gefahr für Leib und Leben"

Betuwe: Das Eisenbahnbundesamt hat den Zugunfall bei Voerde in der vergangenen Woche in die höchste Kategorie eingestuft. Für die IG Biss ist klar: "Die Strecke ist in keinster Weise sicher." Demo angekündigt.

In den Unfall, der sich vergangene Woche auf der Strecke Emmerich-Oberhausen bei Voerde ereignete, hat sich jetzt auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Wie berichtet, war am Donnerstag einer von 40 Kohlewaggons eines Güterzuges entgleist und nach 500 Metern zurück auf die Schienen gesprungen.

Achse heiß gelaufen

Die Ursache für das Entgleisen ist mittlerweile geklärt: Infolge einer heiß gelaufenen Achse war es an dem Kohlewaggon zu einem Radsatzwellenbruch gekommen. Das teilte die Eisenbahn-Unfall-Untersuchungsstelle des Bundes (EUB) jetzt auf RP-Anfrage mit. Die genauen Umstände des Vorfalls sollen die weiteren Ermittlungen zeigen. Diese konzentrieren sich laut einem Behördensprecher allein auf den beschädigten Waggon und nicht auf die gesamte Baureihe.

Bemerkenswert: Der Unfall ist in die höchst mögliche Kategorie eingestuft worden. Der Behördensprecher begründete dies damit, dass die Entgleisung schlimmer hätte ausgehen können und deshalb "Gefahr für Leib und Leben" der Anlieger der Bahnstrecke bestand. Wegen der Hochstufung hat die Untersuchungsstelle des Bundes bei den Ermittlungen die Federführung vom Eisenbahn-Bundesamt übernommen.

Nach Angaben eines Bahnsprechers ist der angeforderte Umbauzug gestern eingetroffen. Bei Dinslaken und Oberhausen müssen Weichen ausgetauscht und Gleise erneuert werden. Auch wurden Stromleitungen beschädigt. Über die Schadenshöhe machte die Bahn keine Angaben. Sie dürfte jedoch nicht unbeträchtlich sein.

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Das Unglück ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die die Sicherheit entlang der Bahnstrecke ohnehin bemängeln. "Der Unfall des Kohlezuges veranschaulicht sehr deutlich, dass die bestehende Strecke in keinster Weise als ,sicher' bezeichnet werden darf", heißt es in einer Pressemitteilung der IG Biss.

Die Initiative, die sich für eine siedlungsferne Gütertrasse einsetzt, will den bevorstehenden Besuch von Bahnchef Rüdiger Grube in Emmerich am Donnerstag zu einer Demonstration nutzen. Am 29. April soll zudem eine große Info-Veranstaltung in Vrasselt stattfinden, zu der sich auch Vertreter der Bürgerinitiative vom Mittleren Oberrhein angemeldet haben.

Die IG Biss ist der Auffassung, dass Strecke wegen der teilweise dichten Bebauung überhaupt nicht für den Güterverkehr geeignet sei, vor allem nicht, was den Transport von Gefahrgut anbelangt.

Dieser Standpunkt wurde auch auf der Jahreshauptversammlung der Initiative betont, die vergangene Woche in Haldern stattfand.

(RP)