Isselburg Gaukler und Wikinger erobern Isselburg

Isselburg · Die Gäste beim Stadtfest erlebten starke Ritter, gutmütige Rattenfänger und geschickte Handwerker.

 Der Pfeil des Bogenschützen fliegt von der Sehne und kann sogar ein Kettenhemd durchschlagen. Die jungen Zuschauer sind fasziniert.

Der Pfeil des Bogenschützen fliegt von der Sehne und kann sogar ein Kettenhemd durchschlagen. Die jungen Zuschauer sind fasziniert.

Foto: van offern

In Isselburg war am Sonntag das Mittelalter los: Das Stadtfest entführte in vergangene Zeiten. Hauptattraktion war das große Ritterlager, das Mittelalter-Gruppen auf der Wiese am Stadtturm aufgebaut hatten. Ganz spontan kam auch noch eine Gruppe Wikinger dazu. Die waren morgens in "Zivil" beim Stadtfest und kamen später als wilde Seefahrer wieder.

Die vielen Besucher durften einen Blick in die mit Fellen und Holzmöbeln ausgestatteten Zelte werfen und bekamen Erklärungen zu verschiedenen Handwerksberufen des Mittelalters.

So demonstrierte Nancy Maes aus dem niederländischen Winterswijk das Brettchenweben. "Damit stelle ich Borten her", sagte sie. Die könne man als Lesezeichen, Armbänder, sogar als Hundeleinen benutzen, sie seien sehr stabil. "Für einen Meter Borte brauche ich im Durchschnitt eine Stunde. Es gibt aber auch Muster, die dauern doppelt so lang."

Ihre Gruppe "De Ridders van de Achterhoek" ließen auch eine alte Schmiede, Bogenschießen und einen Schwertkampf sehen. Das Ritterleben war nicht ganz einfach, klärte "Kämpfer" Tobias Jäger aus Bocholt von der Gruppe "Das Wolfsrudel" auf: "Meine Ausrüstung mit Kettenhemd, Ledertorso, Schwert, Arm- und Beinschienen wiegt rund 50 Kilogramm". Beim Bogenschießen erfuhren die Zuschauer erstaunt, dass die Pfeile sogar durch ein Kettenhemd schlugen. Der Gaukler "Narrenkai" aus Köln lebte unterfährlich: Er unterhielt die Gäste mit Ball- und Keulen-Jonglage.

"Ich finde das Mittelalter toll", meinte die elfjährige Alina Verhoeven aus Elten. Sie hätte zwar nicht so gerne in der Zeit gelebt, aber das Nachspielen mache ihr Spaß. So präsentierte sie im mittelalterlichen Outfit das Armbrustschießen auf einen Holzvogel, das die Besucher selber ausprobieren durften.

In der Kleidung eines Rattenfängers "sammelte" Guido Schrader, Zweigstellenleiter der Musikschule, mit Flötenmusik Kinder für die Märchen-Vorlesestunde bei Hildegunde Hagemann. Auch Isselburgs Gruppen und Vereine stellten sich auf das Mittelalter ein — zu essen gab es unter anderem "Arme Ritter".

(moha)