Rees: Ganz nah dran am Mammut-Projekt

Rees : Ganz nah dran am Mammut-Projekt

Der Andrang beim Tag der Baustelle an der Flutmulde war riesig. Es gab einen Mix aus Information und Unterhaltung. Schüler des Gymnasiums Aspel wurden beim Kunstwettbewerb ausgezeichnet.

"Baustelle - Betreten verboten" - für einen Tag waren diese großen Schilder an der Flutmulde zur Seite geräumt. Am Sonntag war Besuch auf der Großbaustelle nämlich ausdrücklich erwünscht. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) wollte rund ein Jahr vor der Fertigstellung der Öffentlichkeit das Mammut-Projekt präsentieren.

Das Interesse war riesig. Bei dem schönen Wetter strömten die Gäste in Scharen. Viele kamen mit dem Fahrrad oder ließen sich per Fähre von der Reeser Promenade nach Reeserschanz übersetzen. Deutlich war, dass viele nicht nur wegen des Unterhaltungsprogramms gekommen waren, sondern sehr an Informationen über das Projekt interessiert waren. Immer wieder mussten Birgitta Beul vom WSA und ihr Team detaillierte Fragen zu dem Projekt beantworten.

Mit einem Boot konnten die Gäste schon einmal die Flutmulde entlang fahren und mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen, weil der Andrang bei der Besichtigung so groß war. Eine Lehrerin nahm sich an dem Tag sogar gleich einen ganzen Stapel Broschüren mit, um das Thema im Unterricht ausführlich anzusprechen.

Wie mehrfach berichtet, entsteht direkt gegenüber von Rees die sogenannte Flutmulde. Dabei handelt es sich um einen rund drei Kilometer langen Kanal, der eine Funktion als Bypass erfüllt. Damit soll der Druck auf die Rheinsohle und die Stadtmauer von Rees genommen werden. Denn genau in dem Gebiet macht der Rhein einen Knick und drückt vor allem bei Hochwasser stark gegen das rechte Ufer. Mit der Flutmulde hat der Rhein künftig Platz, sich auszubreiten.

Die Flutmulde ist nicht ständig zu durchfahren, sondern wird nur bei Hochwasser überspült. Eine kleine Insel bleibt auch bei Flut erhalten. So wird erreicht, dass die Tiere Rückzugsgebiete haben, wenn Hochwasser den Raum um die Flutmulde überspült.

"Wir liegen derzeit voll im Zeitplan. Daher gehe ich davon aus, dass das Projekt wie geplant im kommenden Jahr fertiggestellt wird", erläuterte Birgitta Beul. Das riesige Vorhaben sei ein anspruchsvolles Projekt, das es in dieser Größenordnung in Deutschland nur ganz selten gebe. Daher sei der internationale Preis, den das Projekt vor einiger Zeit bekommen hatte, auch eine Auszeichnung gewesen, auf die man sehr stolz sei. "Denn das zeigt, dass es uns auch gelungen ist, die Belange von Natur und Umwelt zu berücksichtigen."

Im Fokus stand bei der Umsetzung des Projekts auch die Fährverbindung. Wichtig war nämlich, dass das "Rääße Pöntje" wie bisher zwischen den beiden Rheinufern verkehren kann. Daher musste dafür gesorgt werden, dass es weiterhin eine Sichtverbindung zwischen den Ufern gibt. Schließlich muss der Fährmann sehen, ob Passagiere auf der anderen Seite darauf warten, übergesetzt zu werden. "Die Planung für diese Lösung war anspruchsvoll", meint Birgitta Beul.

Weitere Bilder vom Tag der Baustelle gibt es im Internet unter www.rp-online.de/emmerich

(RP)
Mehr von RP ONLINE