Galerist Heinz Janssen bewertete Gemälde aus Privatbesitz im Reeser Museum

Gemäldebewertung in Rees: Galerist muss manchmal auch „brutal ehrlich“ sein

Kunstexperte Heinz Janssen beriet wieder zahlreiche Interessierte bei der Gemäldebewertung im Museum.

57 Jahre Berufserfahrung, tausende Bilder in Museen, in der Werkstatt und bei Auktionen, so hat der renommierte Galerist Heinz Janssen aus Kevelaer sein Auge geschult. Dieses Auge für die Qualität und die Marktchancen von Gemälden hat er am Samstag nun schon zum elften Mal im Koenraad-Bosman-Museum bei der Gemäldebewertung unter Beweis gestellt.

Für eine kleine Gebühr von 10 Euro pro Werk konnten die Besitzer aller Arten von Kunst ihr Gemälde schätzen lassen.

Dieser Einladung wurde, wie in den vergangenen Jahren schon, gerne gefolgt: 40 Personen mit gut 90 Bildern haben sich am Samstag in der Zeit zwischen 11 und 17 Uhr auf den Weg ins Museum gemacht. Besonders geschätzt wird oft einfach das Wissen darüber „was man da so hängen hat“. Auch als Laie kann man so einen Einblick erhalten, zum Beispiel in den Weg, den ein geerbtes Kunstwerk bereits genommen hat. Aber auch sonst bekommt man jede Menge Informationen. Janssen habe bereits viele Sünden gesehen, was die Rahmung anbelangt. Als Restaurator und Rahmenbauer ist er da natürlich empfindlich, teilt aber gerne sein Wissen und vor allem Verbesserungsvorschläge. Bei der Betrachtung selbst merkt man jedes Mal, wie viel Spaß ihm diese Tätigkeit macht. Gerne wird er sehr ausschweifend bei der Erklärung eines Bildes, einer Technik, oder über die verschiedensten bekannten lokalen Maler.

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Ehrlichkeit ist ihm bei seiner Bewertung sehr wichtig. So ist die preisliche Einschätzung auch mal „Wertigkeit: Null, stellen Sie es neben die Tonne“. Was aber von seiner Frau mit „Brutal bist du!“ quittiert wird, kommt bei den Besitzern besser an. Die Käuferin des für ihr Wohnzimmer doch viel zu großen Gemäldes meint daher „Die Ehrlichkeit finde ich gut, enttäuscht bin ich nicht über den geringen Wert, dafür war es doch zu interessant.“

Am Wochenende 17./18. November findet erneut die Reeser Gemäldebörse statt. Heinz Janssen ist überzeugt von dem Format: „Die Gemäldebörse ist fair, was die Abschläge betrifft, Auktionshäuser sind da viel schlimmer.“

(mjw)
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