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Emmerich: Früheste Obstbaumblüte seit Jahren

Emmerich : Früheste Obstbaumblüte seit Jahren

Die Apfel- und Kirschbäume blühen vier Wochen früher als im Vorjahr, und sogar besonders prächtig. Auch die Erdbeeren sind deutlich früher dran als sonst. Ob das zu üppigeren Ernten führt, ist aber noch ungewiss.

Landwirt Heinrich Bossmann sah seine Apfelbäume an der Grenze von Elten in diesem Jahr mit Staunen: "Am 10. April waren bei Elstar die ersten Blüten auf", erzählt er. "Die Pflaumen blühen noch eher." Sein Kollege Piet Albers und er führen ihre Betriebe gemeinsam. Albers ist schon seit über 30 Jahren im Geschäft, und über die Obstblüte sind beide sich einig: "Das ist das früheste, was wir in unseren kurzen Leben erlebt haben."

 Links: Die Apfelblüte, ein Symbol für den Frühling. Rechts: Landwirt Alexander Bossmann baut auf seinen Feldern in Hüthum Erdbeeren an.
Links: Die Apfelblüte, ein Symbol für den Frühling. Rechts: Landwirt Alexander Bossmann baut auf seinen Feldern in Hüthum Erdbeeren an. Foto: Archiv

Ursache für den Frühstart der Natur ist zum einen der milde Winter, zum anderen das warme, auch sonnige Wetter im Frühjahr. Eine entsprechend frühere Obsternte wird erwartet. Ob die deshalb auch besonders üppig ausfällt, steht aber noch in den Sternen.

"Wir haben in diesem Jahr eine gute Blüte", sagt Heinrich Bossmann. "Aber man kann leider nicht abschätzen, ob auch jede gute Blüte gut befruchtet wurde." Ein paar kältere Tage oder Nächte können dabei einen Strich durch die Rechnung machen. Überhaupt ist das Frühjahr voller Risiken, und je länger es insgesamt ist, desto länger müssen die Landwirte bangen.

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Blüten, junge Früchte und Triebe können in den letzten Frostnächten erfrieren. Schädlinge sind bei mildem Wetter früher unterwegs, und auch die Gefahr von Pilzbefall steigt. Heinrich Bossmanns flapsiges Fazit: "Für den Obstbauern ist es schön, wenn es bis Ende März friert, dann 14 Tage Frühling kommen und dann ein früher Sommer." Wird es hingegen schon früh besonders mild, "dann haben wir einen längeren Zeitraum, in dem die Gewächse empfindlich sind gegen schädliche Einflüsse".

Das bestätigt der Hüthumer Landwirt Alexander Bossmann, der Erdbeeren anbaut. Die "frühen Sorten" haben vor etwa zwei Wochen zu blühen begonnen, die späten sind jetzt an der Reihe: "Wir sind etwa eine Woche früher dran als im Jahresdurchschnitt", sagt er. Auch bei ihm ist der Ernteerfolg maßgeblich von Nachtfrösten abhängig: "Es kann einem noch die halbe Ernte kaputtgehen." Damit das nicht passiert, werden die Erdbeerpflanzen mit Wasser "beregnet", wenn es kalt wird. Dann bildet sich eine Art schützender Eispanzer, der vor der größten Kälte isoliert: "Jetzt habe ich zum ersten mal Mitte April beregnet und muss bis Ende Mai aufpassen." Nach dem kalten Frühling in 2013 war die gefährliche Zeit gerade mal zwei Wochen lang.

Gute Signale gibt es von Imkern: Viele Bienenvölker haben den Winter gut überstanden und sind jetzt schon sehr stark. Ein ertragreicher Honig-Jahrgang wird erwartet.

(RP)