Früherer Schulbeginn in Rees

Kommentar : Die teure halbe Stunde der SPD

Der Ansatz der SPD, den Unterricht an den weiterführenden Schulen in Rees nach hinten zu verschieben, ist aus rein wissenschaftlicher Sicht betrachtet vermutlich richtig. Dass die meisten Jugendlichen einen anderen Biorythmus als Kinder und Erwachsene haben, können sicher auch viele Eltern bestätigen.

Doch nähme man nur diese Erkenntnisse als Maßstab für den Unterrichtsbeginn, wann sollte dann die Schule starten? Nur eine halbe Stunde später? Und müsste man nicht dann ehrlicherweise auch zwischen dem Schlafrythmus von Neuntklässlern und Abiturienten unterscheiden und jahrgangsbezogen zu unterschiedlichen Zeiten in den Unterricht gehen?

Weil auch der SPD klar ist, dass sich das nie umsetzen ließe, hat sie in ihrem Antrag einen Kompromiss zu finden versucht. Eine halbe Stunde wollte sie den Unterrichtsbeginn nach hinten verlegen. Doch das wäre nicht nur mit enormen organisatorischen Problemen, sondern auch mit hohen Kosten verbunden.

Über die Diskussion, die sich darüber im Reeser Rat entspann, konnte man stellenweise schmunzeln. Denn es darf ebenso bezweifelt werden, ob 30 Minuten kriegsentscheidend für die Leistungen von Schülern sind (so wie es die SPD darstellte), wie es auch fraglich ist, ob sich diese Zeit vernichtend auf das Vereinsleben in Rees (Argument der CDU) auswirkt. Die entscheidende Frage ist vielmehr: 320.000 Euro für eine halbe Stunde länger schlafen? Dazu hat der Rat Nein gesagt. Und das zu Recht.

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