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Emmerich: Freistil-Physikerinnen

Emmerich : Freistil-Physikerinnen

Man nehme fünf junge Gymnasiastinnen, einen jung gebliebenen Großvater, einen XXL-Physik-Wettbewerb und einen Haufen Geistesblitze – und "schon" geht der Sonderpreis der Uni Duisburg nach Emmerich.

Man nehme fünf junge Gymnasiastinnen, einen jung gebliebenen Großvater, einen XXL-Physik-Wettbewerb und einen Haufen Geistesblitze — und "schon" geht der Sonderpreis der Uni Duisburg nach Emmerich.

Die Lehrerin ist schuld. Brigitte Haustein, Pädagogin am "Willi". Denn sie hat ihren Schülern nahegelegt, am "freestyle-physics"-Wettbewerb der Uni Duisburg-Essen (siehe "info") teilzunehmen.

Und Wolfgang Peter — der ist zumindest stark mitschuldig. Denn der Opa (70) von Luca-Marie Koster, die mit ihren Mitstreiterinnen Celine Kremer, Marianne Geerling, Alexia Thüß und Alisha Cordes am Wettbewerb teilnahm, hat die fünf Schülerinnen der 6 c so sympathisch vereinnahmt, dass die einfach Bock auf Physik haben.

Und schwupps - schon ging ein Sonderpreis nach Emmerich.

Okay: Eine Menge Arbeit und Hirnschmalz war schon damit verbunden. Aber auch jede Menge Spaß. Denn den merkt man den Elf- bis Zwölfjährigen an, als sie der RP ihr "Himmels-Taxi" auf der Terrasse von Opa Wolfgang, einem pensionierten Ingenieur, demonstrieren.

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"Klettermax 2.0" hieß die Kategorie, an der die Freistil-Physikerinnen teilnahmen. Dazu bauten sie ein Fahrzeug, ähnlich einem Traktor ohne Führerhaus, das ohne Hilfe die Wände hochfahren kann. Ein Meter musste in mindestens zehn Sekunden, höchstens jedoch drei Minuten bewältigt werden. Für Emmericher Nachwuchsforscherinnen plus Opa kein Problem!

Sie bauten eine im Neigungswinkel verstellbare Rampe, besorgten sich Supermagneten, die auf ein Stahlblech auf der Unterseite der "Fahrbahn" reagierten, Spulen, Getriebe, Ritzel — und den Motor von Opas Bohrmaschine, die deshalb derzeit im Keller Pause hat. Dazu noch gedämpfte Räder mit entsprechender Übersetzung und für den richtigen Grip beidseitig klebende Silikonstreifen — fertig war das "Himmels-Taxi", bei dessen Zusammenbau Opa etwas eingriff.

Dass es einen Sonderpreis (Gutschein für Amazon) gab und nicht der reguläre erste Platz heraussprang — dafür gab es einen einfachen Grund: Die Wettbewerbsausschreibungen der Uni-Professoren waren nicht exakt genug gewesen. Und da die Mädels die Ausschreibung anders, aber korrekt interpretiert hatten, konnten die hochdekorierten Herren Wissenschaftler gar nicht anders, als die tolle Leistung der Nachwuchs-Forscherinnen auf diese Art zu belohnen. Denn die Emmericherinnen hatten Recht. Punkt.

Dass die fünf jungen Damen der Jury zuvor deutlich ihre Meinung zu dem Ausschreibungs-Lapsus gegeigt hatte, sei hier nur am Rande erwähnt.

Mädels-Power pur eben.

(RP/rl)