Freiluft-Sprechstunde mit Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze

Politik : Freiluft-Sprechstunde mit Hinze

Viele Emmericher nutzten das Angebot, mit dem Bürgermeister zu sprechen.

(mavi) Wo ich Sie gerade sehe...“ – So starteten am Mittwoch etliche Gespräche auf dem Wochenmarkt auf dem Geistmarkt. Nämlich am Stand des Bürgermeisters Peter Hinze, der erstmals mit so einem informellen Angebot für die Bürger bereit stand. Tatsächlich haben viele Bürger, manche gezielt, viele eher ob der sich bietenden Gelegenheit, das Gespräch mit Hinze gesucht.

Es ging um Parkplatzbeschilderungen, Bäume oder auch die bessere Förderung der Emmericher Sportvereine. „In vielen Gesprächen konnte ich Dinge erklären. Manchmal war es schwierig die Leute abzuwürgen, weil die nächsten schon warteten. Zum Teil haben wir uns für ein Telefonat verabredet“, schilderte Hinze, der ein positives Fazit zu der Aktion zieht und in jedem Fall erneut solche Sprechstunden anbieten möchte. Hübscher Nebeneffekt: Der Wochenmarkt wird auch unterstützt.

Bei manch einem Gespräch bewahrte Hinze Contenance, obwohl sein Gegenüber doch recht polemisch wurde. Gerne werden Themen auch vermischt, die nicht zusammen gehören. Wie in einer Polit-Talkshow fallen sich die Gesprächspartner ins Wort.

Reiner Aulmann etwa. Seine Frage zum Wochenmarkt, warum dieser nicht auf den Vorplatz St. Aldegundis verlegt werde, konnte Hinze noch erklären: „Sie sind gefühlt der 45., der mich das fragt. Aber die Antwort lautet: Wir haben das schon geprüft. 17 bis 18 Marktbeschicker sind unter den Sicherheitsauflagen nicht zu realisieren.“ Doch als Aulmann der Wirtschaftsförderung vorwarf, sie würde sich nur um Events kümmern, nicht aber zu den Unternehmen gehen, da erlaubte sich Hinze den Hinweis: „Das können sie gar nicht beurteilen.“ Die Bestandspflege werde sehr wohl durchgeführt. Prompt war Aulmann beim Einzelhandel und den vielen Leerständen. „Die Stadt hat ein Interesse am florierenden Einzelhandel, aber wenn die Leute auf der Couch online bestellen und sich dann über den Handel beklagen, dann sind wir hilflos“, unterstrich Hinze. Aulmann wollte Hinze und der Verwaltung dann Fehlentscheidungen vorhalten, die über 17 Jahre zurück liegen. „Was ist denn Ihre Lösung der Probleme?“, fragte Hinze. Doch Aulmann verharrte in Fehlern der Vergangenheit.

Inge Günther hat beobachtet, dass am Borgheeser Weg die Baustellen der Deutschen Glasfaser nur provisorisch wieder abgedeckt wurden. „Wird das denn noch geändert“, fragte sie. Hinze wusste Bescheid: „Ja, das kommt noch. Es wird gesammelt gemacht. Sie wollten mit dem Teerwagen nicht vereinzelt anfahren.“

Es gibt auch Themen, die sind nicht für diese offene Sprechstunde geeignet, bei der jeder mithören kann. Als Bernd Schoppmann an der Reihe war, sagte Hinze direkt: „Es geht um Dornick. Aber das ist ein internes Anliegen. Wir sprechen später.“ Annemarie Osteresch stand am benachbarten Hähnchen-Stand, winkte direkt ab, anstatt Hinze anzusprechen: „Das ist mir zu blöd.“ Es gebe so viel zu meckern, das könne sie in einem Gespräch gar nicht alles aufgreifen. Am Ende konnte Hinze feststellen: „Wo sind die zwei Stunden geblieben? Ich habe mich die ganze Zeit unterhalten.“

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