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Frau aus Emmerich Opfer von Telefonbetrügern

Emmerich : Miese Masche - 64-Jährige überweist 1116 Euro an Betrüger

Das Betrugsopfer erhielt auf ihrem Handy eine SMS. Der Absender gab sich als ihre Tochter aus und bat um Geld. Als sich später die echte Tochter meldete, war klar: Es waren Gauner am Werk.

Es hört einfach nicht auf. Kriminelle suchen sich weiterhin bewusst ältere Menschen aus, die sie hinters Licht führen und um Geld bringen.

Der jüngste Fall stammt aus Emmerich, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Eine 64-Jährige ließ sich am Donnerstag gegen 11 Uhr von Betrügern hinters Licht führen und überwies den skrupellosen Tätern 1116 Euro.

Das Betrugsopfer erhielt auf ihrem Handy eine SMS von der Rufnummer „0031 6 87013430“. Der Absender gab sich als ihre Tochter zu erkennen und bat wegen eines Notfalls um Überweisung von Bargeld auf ein fremdes Konto.

Angeblich hätte die Tochter ihre Bankkarte und ihr Handy verloren, habe deshalb eine andere Nummer und müsse kurzfristig diverse Rechnungen bezahlen.

Die Betrüger baten um Überweisung von 1116,73 auf ein deutsches Konto. Sie versuchte daraufhin ihre Tochter unter der alten Rufnummer zu erreichen. Dies gelang jedoch nicht.

Aufgrund der geschilderten Dringlichkeit nahm die Emmericherin daraufhin die Überweisung von ihrem Konto online vor.

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Kurze Zeit später meldete sich die Tochter der 64-Jährigen über ihre richtige Mobilfunknummer und erkundigte sich nach dem Grund des Anrufs. Dabei stellte sich heraus, dass ihre Mutter betrogen wurde und die Tochter nicht Absenderin der Nachrichten war.

Die Polizei warnt: Geben Sie keine persönlichen Informationen wie Bankdaten am Telefon preis! Seien Sie misstrauisch, wenn Sie jemand am Telefon oder per Whatsapp um Geld bittet! Übergeben Sie kein Geld oder Wertgegenstände an Ihnen unbekannte Personen! Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, dann informieren Sie sofort die Polizei unter 110 oder, wenn möglich, Verwandte.

Ein Appell der Polizei richtet sich auch an jüngerer Angehörige: Klären Sie Ihre lebensälteren Eltern/Großeltern/Verwandte über die Maschen der Betrüger auf.

Hier noch einmal ein Überblick der gängigen Maschen:

Schockanrufe: Die Anrufer schildern, dass ein Verwandter (häufig Sohn/Tochter) einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hat. Um lange Haftstrafen zu verhindern, soll sofort Geld an einen Geldboten der Staatsanwaltschaft gezahlt werden. In abgewandelten Szenarien wird von einer Corona-Infektion gesprochen und die Anrufer erzählen, sie bräuchten Geld für eine Behandlung oder Medikamente.

Enkeltrick: Die Täter erwecken den Eindruck, ein naher Verwandter (meistens Enkel/ Enkelin/ Neffe/ Nichte) oder guter Bekannter zu sein. Sie täuschen eine finanzielle Notlage vor und bitten Sie kurzfristig um Geld. Sie sollen mit niemandem über den Anruf sprechen.

Falsche Polizisten: Die Anrufer geben sich als Polizisten aus und warnen Sie vor einem geplanten Einbruch. Geld und Schmuck wären Zuhause nicht mehr sicher. Bei ihrer Bank würden Mittäter der Ein-brecher arbeiten und auch dort sei Ihr Vermögen in Gefahr.

Gewinnversprechen: Die Betrüger versprechen am Telefon hohe Gewinne. Vor einer Gewinnübergabe werden Betroffene aufgefordert, „Bearbeitungsgebühren“ zu zahlen oder Prepaid-Karten für Online-Käufe zu kaufen.

Microsoft-Mitarbeiter: Das Telefon klingelt und jemand bietet Ihnen ungefragt technische Unterstützung für Ihren Laptop, Computer oder Ihr Tablet an. So wollen sich die Täter Zugriff auf Ihren PC, Ihr Online-Banking oder Paypal-Konto verschaffen.

Betrug per Whatsapp: Ein angeblicher Angehöriger (Sohn/Tochter) meldet sich über eine unbekannte Nummer über den Messenger-Dienst und gibt an, das Handy sei defekt. Dann werden Sie gebeten, eine Überweisung an Dritte zu tätigen, da der Angehörige aktuell abgeblich kein Zugriff auf das Online-Banking habe.