Rees: Forderung nach Vollschranke

Rees: Forderung nach Vollschranke

Bis zu 372 Züge

Strahlender Sonnenschein, frühlingshafte Temperaturen, Stille am Bahnübergang. Bauamtsleiterin Elke Strede sprach da gleich von "paradiesischen Zuständen". Doch mit denen sollte es bereits kurz später vorbei sein. Die Schranken schlossen sich, ein ohrenbetäubender Ton aus einem Signalhorn warnte die Arbeiter an den Gleisen, dann rauschte der Güterzug heran.

25 Waggons zählte ein Politiker. "Das ist noch gar nichts, oft genug haben die Züge hier mehr als 50 Wagen", berichtete Elke Strede, die den Mitgliedern des Verkehrsausschusses am Bahnübergang in Millingen verdeutlichte, was Betuwe-Alltag bedeutet.

Sie zeigte den Politiker, dass bei einer Lärmschutzmauer der Ort in zwei Teile zerschnitten würde. Und sie machte auch auf die gefährliche Situation an der Halbschranke aufmerksam. Die Stadt hatte morgens und mittags zu den Schulzeiten überprüft, wie lange die Schranken unten sind. Stolze 26 Minuten ist der Bahnübergang in dieser Zeit pro Stunde dicht.

"Das verleitet einige Kinder dazu, die Schranken zu umlaufen. Das führt zu gefährlichen Situationen", sagte die Bauamtsleiterin, die an den schlimmen Unfall vor drei Wochen erinnerte, als eine Joggerin an dem Übergang ums Leben kam.

Vom Ausschuss wurde die Forderung nach Vollschranken an stark frequentierten Übergängen laut. Elke Strede wies allerdings darauf hin, dass bei Veränderungen am Übergang auch die Stadt an den Kosten beteiligt wäre.

Daraufhin schlug Ferdy Heimanns (CDU) vor: "Dann sollte die Stadt vielleicht wirklich Geld in die Hand nehmen und aus Interesse der Sicherheit einen Umbau des Übergangs alleine in Angriff nehmen." Denn es sei ja kaum davon auszugehen, dass sich die Situation in nächster Zeit ändere.

Bürgermeister Christoph Gerwers hatte in einer Präsentation die Folgen der Betuwe für die Stadt Rees aufgearbeitet. Unter anderem ist dort abzulesen, wie sich die Zugzahlen entwickeln werden. Derzeit sind 160 Züge (Personen und Güter) zwischen Emmerich und Wesel unterwegs. Durch die Blockverdichtung würde sich die Zahl auf 264 erhöhen. Nach einem dreigleisigen Ausbau der Strecke könnten 372 Züge pro Tag fahren. Die Präsentation hat die Stadt Rees ins Internet gestellt. Sie findet sich direkt auf der Startseite von

www.stadt-rees.de

(RP)