Rees: Flüchtlingshilfe braucht noch Helfer

Rees : Flüchtlingshilfe braucht noch Helfer

Sozialarbeiterin Ellen Lukas zieht Bilanz: "Es läuft gut hier."

Es kann Monate, auch Jahre dauern, bis Flüchtlinge anerkannt sind und die Asylbewerber-Unterkünfte am Melatenweg verlassen können. Dann werden sie durch ehrenamtliche Helfer betreut. "Sie stehen den Menschen zum Beispiel bei Behördengängen zur Seite, oder bei der Wohnungssuche", sagt Ellen Lukas. Die Sozialarbeiterin ist seit gut einem Jahr Koordinatorin für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe. "Es läuft gut hier", zieht sie eine erste Bilanz.

Zwischen 70 bis 80 Ehrenamtliche zählen in Rees zum harten Kern der Helfer, "von denen nicht wenige schon bei der Flüchtlingswelle in den 90er Jahren dabei waren", erzählt Ellen Lukas. Die meisten seien zwischen 40 und 65 Jahre alt und helfen den Menschen auch, wenn's um Arbeitssuche geht.

"Zur Zeit kümmern sich die Helfer um gut 260 Personen", sagt die Sozialarbeiterin, deren Aufgabe es zudem ist, Ehrenamtliche und Flüchtlinge, die zunächst einmal ein bis drei Jahre anerkannt im Land bleiben können, zusammen zu bringen. "Bei meinen Sprechstunden, die ich zwei mal in der Woche anbiete und bei denen alle möglichen Themen angesprochen werden, kommen jeweils bis zu fünf Ehrenamtler", so Lukas.

Wobei sie festgestellt hat, dass es immer schwieriger wird, neue Helfer für die Flüchtlingsarbeit zu gewinnen. Die eigentliche Arbeit beginne aber jetzt. "Die Menschen müssen nun, wo sie anerkannt sind, hier integriert werden", betont die Sozialarbeiterin.

Kein Wunder also, dass Ellen Lukas, die zunächst bis März 2018 ihren Job machen soll, noch gerne neue Ehrenamtler begrüßen würde. "Zehn bis 15 Helfer könnten wir hier noch zusätzlich gut gebrauchen", rechnet sie kurz hoch. Neue Helfer, die sich meist nach Aufrufen in der Zeitung melden würden, "kommen aus Überzeugung, dass sie helfen müssen", erzählt Ellen Lukas. Ihnen würde sie dann quasi mögliche Aufgaben an die Hand geben, etwa die schulische Unterstützung von Kindern, oder das gemeinsame Zeitungslesen als Sprachübung. "Der Bedarf für meine Arbeit hier ist jedenfalls da", weiß die 55-Jährige aus ihrer einjährigen Erfahrung als Koordinatorin der Ehrenamtler. Und auch die Ehrenamtlichen würden weiter dringend benötigt, um die anerkannten Flüchtlinge gut in die Gesellschaft einbinden zu können, "also in das normale Alltagsleben".

Für ihre Mitbürger und die Stadt hat Ellen Lukas nur Lob und Anerkennung über. "Die Reeser sind pragmatisch und packen an. Da wird nicht lange geredet". Das sei nicht überall so.

(rey)
Mehr von RP ONLINE