Rees: Flüchtlinge randalieren in Heim

Rees : Flüchtlinge randalieren in Heim

Acht Männer im Alter von 18 bis 28 Jahren aus Togo und Ghana haben im alten Bundeswehrdepot in Haldern-Töven Sicherheitsleute mit Eisenstangen bedroht. Die Flüchtlinge zerschlugen Scheiben und Mobiliar.

Am Wochenende schlugen die Wellen hoch in den sozialen Netzwerken, denn der Bevölkerung in Haldern war nicht verborgen geblieben, dass sowohl am Freitagabend als auch am Samstag gegen Mittag jeweils zehn bis 15 Polizeifahrzeuge durch den Ort rasten - in Richtung ehemaliges Bundeswehrdepot, jetzt Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge, ZUE Rees II.

Was war geschehen? Am vergangenen Donnerstag warteten die Mitarbeiter der ZUE im ehemaligen Depot Haldern vergeblich auf die angekündigten Flüchtlinge. Erst am Freitag nach 20 Uhr fuhr der Bus mit 18 neuen Zuwanderen im Depot vor. Ihnen schien die Ankunft in der Abgeschiedenheit wenig zu gefallen. Um 20.50 Uhr ging bei der Polizei der Notruf ein. Neun der Flüchtlinge weigerten sich, aus dem Bus auszusteigen.

Im Vorfeld hatte man ihnen signalisiert, dass sie in Rheinberg unterkommen sollten. Als sie in Haldern auf das Betriebsgelände fuhren und hier zwischen den Gebäuden auch keinen Handyempfang hatten, wurden sie renitent. Wohl auch vor dem Hintergrund und der Sorge, dass sie bei laufenden Asylverfahren nicht auffindbar seien und wichtige Post sie nicht erreichen könne, zudem der Kontakt zur Familie fehle.

Dank der Gesprächsführung der Polizeibeamten gelang es am Freitagabend, die neun Personen zunächst einmal so zu beruhigen, dass sie bereit waren, in der Halderner Unterkunft erst einmal die Nacht zu verbringen. Danach wolle man weiter sehen.

Am Samstag Vormittag machten sich die Männer dann zum Einkaufen auf den Weg nach Haldern, wo sie sich, so die Polizei, mit Alkohol eindeckten. Auf dem Fußmarsch hatten sie sich mit Eisenstangen bewaffnet und bei ihrer Rückkehr das Sicherheitspersonal massiv bedroht. Die Security verschanzte sich in ihrem Wachraum, um dort einzudringen schlugen die Randalierer von außen mit Eisenstangen auf die Scheiben ein, das Sicherheitsglas hielt aber dem Angriff stand. Danach nahmen sie sich den Waschcontainer vor, zerschlugen hier wiederum Scheiben und beschädigten Mobiliar, bevor sie weitere Scheiben im Erdgeschoss eines Wohnblocks, der allerdings nicht bewohnt ist, zerschlugen. Insgesamt mehr als 30 Scheiben gingen zu Bruch.

Die Bediensteten verständigten die Kreis Klever Polizei, die sich Unterstützung von der Bundespolizei und aus dem Kreis Wesel holte. Ihnen gelang es die acht Personen zu überwältigen.

Dabei allerdings leistete einer der Festgenommenen derart gewalttätigen Widerstand, dass er einen Beamter der Bundespolizei schwer verletzte, teilte die Polizei mit. Die Gefangenen wurden nach Kleve gebracht. Ein Strafverfahren wegen Schweren Landfriedenbruchs, Widerstandes, Bedrohung, Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde eingeleitet. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen dauern derzeit noch an.

Nach der Identitätsfeststellung wurden die Männer, zwischen 18 und 28 Jahre alt, wieder entlassen. Sicher ist, dass sie nicht ins Depot zurückkehren.

Für die Transporte, beziehungsweise für die Zuteilung der Flüchtlinge auf die entsprechenden ZUE ist die Bezirksregierung Arnsberg zuständig.

Derzeit sind lediglich neun Personen im Depot untergebracht. Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, einen besseren Handyempfang im Bereich des Depots herzustellen.

Derzeit gibt es aber auch im Depot Stellen, an denen eine Verbindung möglich ist.

(ha)
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