Flüchtling nach Ausschreitungen in Halderner Unterkunft zu Geldstrafe verurteilt

Ausschreitungen in der Halderner Flüchtlingsunterkunft : ZUE-Randale: Geldstrafe für Ghanaer

Vor dem Amtsgericht musste sich jetzt ein 30-Jähriger verantworten, der als Rädelsführer bei den Ausschreitungen im März 2017 in der Flüchtlingsunterkunft in Haldern einen Beamten der Bundespolizei verletzt haben soll.

(meko) 270 Tagessätze à fünf Euro – diese Strafe wurde nun einem Angeklagten am Emmericher Amtsgericht auferlegt. Im Zuge der Ausschreitungen in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) in Haldern vom März 2017, hatte der mittlerweile 30-jährige Ghanaer Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in einem besonders schweren Fall geleistet, in Tateinheit mit Körperverletzung. Grund für den Aufstand mehrerer Flüchtlingen war fehlendes WLAN auf dem Gelände gewesen. Ein Bundespolizist wurde dabei verletzt.

Der Angeklagte selbst hielt sich bei der Verhandlung zurück und ließ zunächst seinen Verteidiger für sich sprechen. Der räumte den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – Einsatzkräfte von Bundes- und Landespolizei – gleich ein. Gezielte Tritte, wie vorgeworfen wurden, habe es aber nicht gegeben, so der Rechtsbeistand. Der Angeklagte habe nur gezappelt und gestrampelt und im Zuge dessen sei es zu der Verletzung eines Polizeibeamten gekommen. „Er bedauert das auch“, sagte der Strafverteidiger. Von den gesundheitlichen Folgen sei der Angeklagte überrascht gewesen.

Den Ausführungen stimmte der Angeklagte zwar zu, als jedoch der Anwalt des Nebenklägers – dem verletzten Polizisten – genauere Rückfragen stellte, hieß es plötzlich: „Ich habe nicht gestrampelt, ich habe nur gefragt warum die Polizei da ist“, erklärte er, übersetzt von einer Dolmetscherin.

Die Aussagen des verletzten Polizisten sowie zwei seiner Kollegen, die bei dem Vorfall dabei und vor Gericht als Zeugen geladen waren, klangen anders: Der Sicherheitsdienst vor Ort habe ihnen den Angeklagten als „Rädelsführer“ des Aufstandes benannt. Daraufhin habe zunächst ein Kollege des Nebenklägers versucht den Ghanaer festzunehmen. Der Aufforderung, sich auf den Boden zu legen und festnehmen zu lassen, sei dieser jedoch nicht nachgekommen.

Daraufhin seien der Nebenkläger und zwei weitere Kollegen zu Hilfe geeilt. Letztlich sei es ihnen gelungen den Angeklagten niederzuringen, der sich heftig zur Wehr gesetzt habe: „Er hat gezielt getreten“, betonte der Nebenkläger, dessen Wadenbein und Sprunggelenk dabei gebrochen wurden. 13 Wochen hatte es gedauert bis er wieder dienstfähig war – dafür hatte es allerdings in einem Verfahren am Klever Amtsgericht bereits Schmerzensgeld in Höhe von 4500 Euro gegeben.

Auch habe der Angeklagte den Schlagstock eines Polizisten in der Hand gehabt. Wie er daran kam, vermochten die Zeugen nicht zu sagen. Zum Einsatz gekommen war er nicht. Der Ghanaer bestritt, den Schlagstock in Händen gehalten zu haben.

(meko)
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