Emmerich: Flucht: Hat er Helfer?

Emmerich: Flucht: Hat er Helfer?

Der Mann, der halbnackt aus dem Emmericher Krankenhaus türmte, bleibt verschwunden. Wahrscheinlich hat er in Emmerich einen Helfer. Es wird ihm nicht viel nutzen: Die Polizei kennt den Namen des Flüchtigen.

Eigentlich ist es kaum vorstellbar: Ein Mann, der nur mit einem OP-Hemd bekleidet durch die Straßen rennt — und niemand hat etwas bemerkt?

Die spektakuläre Flucht eines Drogenschmugglers aus dem Emmerich Krankenhaus beschäftigte gestern die Menschen.

Bekanntlich war er am Freitag mit einem Komplizen in Kranenburg beim Drogenschmuggel erwischt worden. Zwei Kilo Marihuana hatte das Duo im Tank eines Autos versteckt. Auf der Polizeiwache in Kleve kippte der Mann dann um. Er kam auf die Intensivstation in Emmerich, wo er sich in der Nacht zu Sonntag gegen 1.30 Uhr die Schläuche aus dem Körper riss und aus dem Fenster sprang. Seither ist er verschwunden.

Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass der Mann einen Helfer in Emmerich hat. Denn er hat keine Kleidung bei sich, kein Geld, kein Essen — und mit nur einem OP-Hemd am Leib lässt sich das alles schlecht besorgen.

Ohnehin kann die Polizei — theoretisch — relativ gelassen abwarten, bis der Mann irgendwann wieder in Dortmund auftaucht. Denn seine Personalien sind bekannt. Und vielleicht ist ja auch sein Komplize zu einer Aussage zu bewegen. Er sitzt schließlich in Kleve in Haft.

  • Kleve : Flucht im OP-Hemdchen

Dennoch möchte die Polizei den Mann natürlich schnell fassen. Die Fahnder hoffen auf Zeugenaussagen. Erfahrungsgemäß laufen die nach einem Aufruf nicht immer direkt am ersten Tag ein. Und der Fall ist ja erst am Montag durch die Polizei bekannt gemacht worden.

Noch immer unklar ist, wie der Mann körperlich so fit sein konnte, dass ihm die Flucht gelang.

Die Polizei teilte am Montag mit, dass es den Anschein hatte, als sei der Mann am Freitag ins Koma gefallen.

In der Nacht zu Sonntag hatte er aber dann aber schon wieder soviel Kraft, dass er sich sogar gegen zwei Polizisten wehren konnte, die ihn am Sprung aus dem Fenster hindern wollten.

(RP)