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Flower Power beim Karneval der kfd Rees

Frauen feiern 70er-Jahre-Party : Flower Power beim Karneval der kfd

Der Elferrat ließ Blumen sprechen – trug sie im Haar, Peace-Zeichen am Hals und verteilte Joints als Orden. Flower Power bei der kfd Rees.

Vor dem bunten Retro-Bulli rockten die Mädels zur 70er-Jahre-Party das Bürgerhaus, nicht zu vergessen mit einem 70 Jahre alten Funkenmariechen. Nie war das Programm besser als heute!

„Det Johr lote wej Blümkes spräke, et wörd bont en et geht rond in et Tüttefääke“ lautete das diesjährige Motto, ja es wird bunt und geht rund im Hühnerstall. Klar, dass dazu der Bauer (Christa Ruiter), seine Hühner und ein Hahn in bestem Reeser Platt aus ihrem „Tütte“-Leben berichteten.

Wer in der Karnevalszeit geboren ist, hat das närrische Gen. So überraschte das Reeser Kfd-Team Monika Scholten an ihrem 70. Geburtstag am 2. Februar mit einem Geschenk. „Monika wollte immer schon einmal Funkenmariechen sein“, verriet Sitzungspräsidentin Heike Beyer. „Wir haben ihr das Kostüm dazu geschenkt. Jetzt sehen sie das erste 70-jährige Funkenmariechen!“

Marichen tanz’, hieß es dann für Monika Scholten, die rasenden Beifall erhielt für ihren Funke-Funkemariechen-Tanz – à la Carolin Kebekus – und die ihr Spitzenbüsken mehrfach blitzen ließ. Kein Problem, bei dieser Top-Figur!

Annemarie Schapdick, Lydia Petersen und Bringfriede Verweyen, wunderbar in der Rolle von Hannes Schlappmann, bewiesen ihr schauspielerisches Talent bei der „Bestellung des Aufgebotes“.

Ein neu entdecktes Talent toppte die Veranstaltung, die Sprachakrobatin Eva Joris als Rhabarberbarbara. Barbara ist für ihren guten Rhabarberkuchen bekannt. Tatsächlich schaffte sie in ihrem Vortrag, dass ein Zungenbrecher auf den anderen folgte wie die RhabarberBarbaraBarBarbarenBartBarbierBierBarBärbel. Stehende Ovationen gab es für Eva Joris im orangefarbenen Häkelkleid. Überhaupt waren viele Kostüme auf der Bühne aus dem heimischen 70er Jahre-Fundus: Blümchen-Kleider, Samtanzüge mit Kreisen, Schlaghosen, Overalls und Plateauschuhe.

Ganz anders kam die Bittprozession der Reeser Ömakes daher. „Ihnen war die Jubiläumswallfahrt nach Kevelaer noch nicht genug“, kündigte Heike Beyer die Proot Platt Gruppe an. Christa Ruiter, die Prozession anführend, stimmte die Litanei an: „Dass unser Präses Carsten Franken bei der Predigt nicht immer so nuschelt und so schnell redet.“ Der Chor der schwarz gekleideten, „uralten“ Betschwestern antwortete: „Darum bitten wir.“ „Dass es in Rees bald wieder eine Kneipe mit Biergarten gibt und die Reeser auch hingehen“. Antwort: „Das bezweifeln wir!“ „Dass das neue Freibad bald fertig wird und alle, die es wollten, öfter hingehen.“ „Das wäre wünschenswert.“ Getextet war die Litanei von Proot-Platt-Chefin Mariehilde Henning.

Ein wunderbares Paar ist Mutter und Tochter, Heike und Judith Beyer, hier in ihrer Rolle als Gutsherr und Butler. Kuh Elsa ist gestorben, was den Gutsherrn wenig interessiert. Dass Elsas Tod nur das Ende der Fahnenstange ist und der Butler damit die Todesnachricht der Gutsbesitzerin umschreibt, war dank der grandiosen Mimik von Butler Judith nicht zu ahnen.

Authentisch tüdelig spielten Gisela Kiewitz und Gabi Hövelmann vergessliche Senioren. Doch während Gabi Hövelmann in der Rolle des greisen Ehemanns noch dem Publikum vor Augen war, fiel dieses fast vor Lachen von den Stühlen, als sie bei der 70er-Jahre-Playback-Show, der krönende Abschluss des Frauenkarnevals, als Anita mit Roy Black auf die Bühne kam.

Die kleine Gabi im roten Hängerchen mit blonden Zöpfen trällerte brav mit Roy Black (Christa Ruiter) „Schön ist es auf der Welt zu sein“. Da blieb kein Auge trocken. Und konnte am Ende nur noch stimmungsmäßig von „Cordula Grün“ getoppt werden, nachdem das Kfd-Team die Stars der 70erJahre Hitparade brillant imitiert hatten.

(ha)