Flic Flac zeigt spektakuläres Programm

Show : Flic Flac zeigt spektakuläres Programm

Artisten präsentieren Kunststücke, Guerilla-Comedians binden das Publikum in die Show ein. Ein paar Karten gibt es noch.

Es sind Szenen wie diese, die Flic Flac ausmachen: Eine junge Frau irrt nach der Pause durch das große Zelt. Sie hat in der Dunkelheit offenbar ein Problem, ihren Platz wiederzufinden. Sie kommt dabei ins Straucheln und fällt einem Mädchen auf den Schoß. „Nein, ich gehöre nicht zum Programm“, entschuldigt sich die Frau. Das Mädchen grinst, die Nebenleute lachen.

In Flic Flac kannst du eben nicht sicher sein, was echt ist und was Teil der Show. Schon bevor es losgeht, schleicht beispielsweise David Eriksson durch die Reihen. Wie aus dem Nichts taucht der Guerilla-Comedian vor den Besuchern auf, hält den verdutzten Leuten seinen pinken Hut unter die Nase und bettelt um Popcorn. Er wird noch mehrfach unvermittelt und an immer anderen Orten auftauchen. Und diese Comedy-Einlagen sind so etwas wie die Ruhe-Oasen im spektakulären Programm. Beim Lachen können die Besucher wieder Luft schöpfen nachdem sie zuvor den Atem angehalten haben, wenn Alex Michael etwa in fünf Metern Höhe am Trapez hängt und nur noch seine Füße in kleinen Schlaufen den Absturz verhindern. Er liebe es, jeden Tag sein Leben zu riskieren, heißt es über den Extrem-Artisten.

Diesmal lautet das Motto der Show: „Punxxx“. Foto: latzel

Ein Satz, der noch besondere Bedeutung bekommt, wenn man weiß, dass die nächste Artistin seine Ehefrau ist und die beiden ein kleines Baby haben. „Aber sie wissen genau was sie tun, sie kennen das Risiko. Natürlich sind einige Nummern gefährlich, aber das Risiko ist kalkulierbar“, erläutert Flic-Flac-Sprecherin Barbara Rott.

Die Biker etwa, die diesmal zu siebt durch die kleine Metallkugel sausen, würden schon im Kindesalter bei ihren Eltern auf dem Motorrad mitfahren. Die Nummer, die viele automatisch mit Flic Flac verbinden, ist bei den Artisten aus Südamerika so etwas wie Familientradition. 

Flic Flac ist aber nicht nur Extrem-Artistik, sondern ein Gesamt-Kunstprojekt. Die Show ist durchkonzipiert, die Nummern aufeinander abgestimmt. Nachdem in den vergangenen Jahren Industrial und Metal in Sound und Optik das Programm prägten, ist es diesmal der Punk. Erinnerung an die Zeit vor 30 Jahren als Flic Flac startete. „Punxxx“ heißt dementsprechend die Show, jedes „X“ steht dabei für zehn Jahre Flic Flac. Und diesmal wirbeln die Artisten im Outfit der Punk-Generation über die Bühne, getrieben von Songs der Ramones, Clash oder Jam. Rebellisch, gegen den Strich gebürstet, das war vor 30 Jahren wie heute der Anspruch von Flic Flac, der in Bocholt ein Heimspiel hat. Denn von hier kommt Flic-Flac-Erfinder Benno Kastein. „Es ist ein Heimspiel, das ist deutlich zu spüren. Man freut sich einfach, wieder in der Heimat zu sein“, sagt Barbara Rott, auch der Zuspruch ist riesig, das Wochenende war ausverkauft, auch die Nachfrage für die kommende Woche ist groß. Karten gibt es allerdings noch.

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