Rees Fische stoppen Ferienpark

Rees · Aus für die großen Pläne am Ferienpark Reeser Meer: Zwei bedrohte Fischarten stellen den Durchstich Haffensche Landwehr in Frage. Stadt und Investor kippen deshalb das Vorhaben. Nun soll doch die kleine Lösung kommen.

 Beigeordneter Andreas Mai, Michael Hüging-Holemans und Peter Ditges von der NKSB, Bauamtsleiterin Elke Strede sowie Bürgermeister Christoph Gerwers präsentierten gestern schon die neuen Pläne. Die Landzunge Haffensche Landwehr wird dabei erhalten bleiben.

Beigeordneter Andreas Mai, Michael Hüging-Holemans und Peter Ditges von der NKSB, Bauamtsleiterin Elke Strede sowie Bürgermeister Christoph Gerwers präsentierten gestern schon die neuen Pläne. Die Landzunge Haffensche Landwehr wird dabei erhalten bleiben.

Foto: Klaus-Dieter Stade

Zwei Fischarten, nicht mal größer als der kleine Finger einer Hand, haben die Pläne für den Ferienpark Reeser Meer zu Fall gebracht. Wie Bürgermeister Christoph Gerwers gestern mitteilte, stellten die vom Aussterben bedrohten Fische den geplanten Durchstich zu Haffenschen Landwehr in Frage. "Diese Verbindung der beiden Wasserflächen ist aber unabdingbar, um den Ferienpark dort zu verwirklichen. Wir haben deshalb zusammen mit der NKSB von dem Vorhaben Abstand genommen", sagte Gerwers.

Bei den Fischen handelt es sich um den "Bitterling" und den "Steinbeißer". Beide Arten waren 1996, als das Gelände letztmalig untersucht wurde, an der Haffenschen Landwehr noch nicht zu finden. Dass sie jetzt dort in einem Gutachten nachgewiesen wurden, überraschte sämtliche Beteiligte. "Es wäre sehr fraglich, ob wir unter diesen Umständen den Durchstich noch genehmigt bekämen, denn er würde den Lebensraum dieser Arten beeinträchtigen. Auf jeden Fall müssten wir mit Klagen von Naturschutzverbänden rechnen. Das würde zu hohen Kosten und einer Zeitverzögerung von fünf, vielleicht auch sechs Jahren führen", so Gerwers.

Ein Risiko, dass die Stadt und die NKSB als Antragsstellerin nicht eingehen wollten. Ebenso wenig wie die Investoren. Wie zu erwarten, nahmen auch sie Abstand vom Projekt, nachdem sie über die Ergebnisse des Gutachtens informiert worden waren.

Gerwers macht kein Hehl daraus, dass er über die Entwicklung enttäuscht ist. "Die Pläne mit etwa 400 Ferienhäusern und den zu erwartenden Touristen hätten der Stadt sicher sehr gut getan", sagt er. Stattdessen will das Rathaus nun zeitnah das Konzept für eine "kleine Lösung" ausarbeiten.

Wie die aussehen könnte, umriss Bauamtsleiterin Elke Strede: "Gedacht ist unter anderem an einen Bereich für Campen mit Wohnmobilstellplatz und Blockhütten, ein öffentliches Strandbad und Gelegenheiten zum Rudern im nördlichen Teil. Im südlichen könnte Segelsport möglich sein." Einen verbindenden Fuß- und Radweg soll es ebenfalls geben. Nach einem Betreiber, der den Campingplatz übernimmt, wird nun gesucht.

"Wir haben jetzt bei unserer Planung weniger Zeitdruck als bei der ursprünglich angestrebten großen Lösung, trotzdem wollen wir mit dem gleichen Engagement und möglichst schnell zu einer Umsetzung der kleineren kommen", sagte Gerwers gestern.

(RP/jt)