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Firma Vos in Rees eröffnet vier E-Ladesäulen und plant 22 weitere

Elektro-Mobilität : Firma Vos rüstet Rees mit E-Ladesäulen auf

Das Unternehmen an der Empeler Straße gab am Freitag vier Ladesäulen für „Stromer“ frei. Vier weitere sollen an der Rudolf-Diesel-Straße entstehen. 18 zusätzliche werden geplant, wenn das Interesse in Rees dafür vorhanden ist.

Seit 1933 bereits gibt es Industriebedarf Vos an der Empeler Sraße in Rees. Die Firma mit 25 Mitarbeitern ist ein Großhandelsunternehmen, das andere Firmen unter anderem mit Reinigungsartikeln und Hygienepapier beliefert. Zugleich ist der Betrieb aber auch ein Vorreiter in Sachen erneuerbarer Energien in Rees: Vor 25 Jahren baute Vos zusammen mit der Firma Kersten die ersten Windräder in der Stadt und errichtete auch die ersten Photovoltaikanlagen.

Jetzt will sich Vos auch bei Aufladestationen für Elektro-Autos in der Stadt einen Namen machen. Vier öffentliche Ladesäulen, an denen jeweils zwei Fahrzeuge Strom tanken können, wurden gestern auf dem Gelände der Firma an der Empeler Straße 55 für die Öffentlichkeit frei gegeben.

Geschäftsführer Wilhelm Vos will es dabei nicht bleiben lassen: „Mit vier weiteren Ladesäulen wollen wir auch das Gewerbegebiet an der Rudolf-Diesel-Straße erschließen“, sagte er am Freitag. Und er hat noch Größeres vor. 18 weitere Ladesäulen will er in Höhe der Windkraftanlage an der Empeler Straße 97 bauen. Für diejenigen, die keine Möglichkeit haben, sich eine so genannte Wallbox (Aufladestation für zuhause) anzuschaffen. „Die Parkplätze an den Ladesäulen wollen wir vermieten. Wir bauen die 18 Ladesäulen allerdings nur, wenn in Rees auch das Interesse dafür vorhanden ist“, sagte er.

  • Georg van Lipzig lädt das Firmenauto.⇥Foto:
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Dass es so kommen wird, davon ist Wilhelm Vos überzeugt. „Im Moment sind die E-Autos in der Anschaffung noch sehr teuer und die Reichweite ist begrenzt. Die Automobilhersteller planen aber eine Offensive und ich gehe davon aus, dass sich in drei bis fünf Jahren das Elektro-Auto immer mehr durchsetzen wird.“ Das Strom-Tanken ist bei Vos übrigens vergleichsweise einfach. Er hat seine Ladestationen von der vor allem in den Niederlanden bekannten Firma Newmotion bezogen, die mittlerweile zum Shell-Konzern gehört. Wer Strom tanken will, muss sich zuvor über das Internet bei Newmotion anmelden und erhält dann einen kostenlosen Chip zugeschickt, mit dem er künftig jede Ladesäule des Unternehmens vor Ort freischalten kann. „Die Rechnung wird dann einmal im Monat ins Haus geschickt“, erklärt Vos.

Und was kostet den Autofahrer das Volltanken? „Das ist abhängig von der Batterie“, weiß Wilhelm Voß. Er selbst fährt einen „Hyundai Ioniq Hybrid Plug in“. Der hat zwar nur eine Reichweite von etwa 60 Kilometern, dafür aber noch einen zusätzlichen Verbrennungsmotor für weitere Strecken. Die Kilowattstunde kostet bei Vos 34 Cent. „Für 4,90 Euro kann ich hier volltanken“, rechnet er vor.

Bei anderen Modellen wird’s entsprechend teurer. Etwa bei dem Mercedes EQC 400, einem reinen Elektrofahrzeug mit einer Reichweite von rund 450 Kilometern und einer wesentlich stärkeren Batterie. Dementsprechend länger oder kürzer dauert auch der Ladevorgang. Der Huyndai von Vos ist in einer Stunde aufgeladen. Ein Tesla mit einer 85-kwh-Batterie braucht dafür fünf Stunden.

Bürgermeister Christoph Gerwers, der zusammen mit Wirtschaftsförderer Heinz Streuff und Stadtsprecher Jörn Franken standesgemäß im städtischen „Renault Zoe“, ebenfalls ein Stromer, zur Eröffnung der neuen E-Ladesäulen angerollt kam, begrüßte das Engagement der Firma Vos. In Rees sei umweltfreundliche Mobilität ein großes Thema wie auch die Anträge der CDU für weitere Ladestationen am Bahnhof sowie der SPD zum Car-Sharing zeigen würden.

Wilhelm Vos selbst will jetzt nach und nach seine Firmenflotte mit insgesamt zehn Fahrzeugen auf Elektroantrieb umstellen. „Bei den Pkw ist das kein Problem, nur bei den größeren Lkw gibt es momentan noch keine vernünftige Alternative“, bedauert er.

(Markus Balser)