Ferienwohnung ersetzt Bistro-Ausbau im Reeser Logierhaus

Logierhaus in Rees : Ferienwohnung ersetzt Bistro-Ausbau

Die geplante Erweiterung des Bistros im Logierhaus liegt vorerst auf Eis. Wegen fehlender Kunden öffnet das Lokal ab sofort nur noch vormittags.

Gastronomie in Rees ist ein Saisongeschäft. Das bilanziert Simon Vos im Rückblick. Anderthalb Jahre hat er mit dem Bistro im Logierhaus Rheintor Eins den Reesern und Gästen der Stadt eine Lokalität geboten, in der man auch am Abend noch in Ruhe einen Wein oder eine kleine frisch zubereitete Speise genießen konnte.

Doch das Angebot wurde nicht so gut angenommen, dass es den personellen Aufwand wirtschaftlich rechtfertigt. So ist ab sofort das Bistro nicht mehr von 7 bis 22 Uhr, sondern nur am Vormittag von 7.30 bis 12 Uhr geöffnet. Für Gäste, die Hotelzimmer oder Ferienwohnungen gebucht haben, gibt es zudem von 15.30 bis 20 Uhr einen Check in.

Tatsächlich hat sich gezeigt, dass Hotelzimmer und Ferienwohnungen in Rees ganzjährig gebucht werden und es nicht die große Winterdelle wie in der Gastronomie gibt. „Zudem ist es hier schwer, Fachpersonal zu bekommen. Und wenn wir etwas Frisches auf den Tisch bringen wollen, dann müssen wir entsprechend bevorraten“, resümiert Simon Vos. Vorräte zu entsorgen, wenn das Angebot nicht genutzt wird, schmerzt zudem.

Eigentlich wollte der Gastronom das Lokal sogar um die Wohnung im Erdgeschoss des Nachbarhauses erweitern. 70 Quadratmeter groß wäre der Gastraum geworden, zudem hätte man beide Gärten miteinander verbinden können, um einen großen Biergarten anzulegen. Davon nimmt Simon Vos erst einmal Abstand. Stattdessen wird dort eine große Ferienwohnung entstehen, die sich für Familien eignet, mit Platz für bis zu fünf Personen.

Es wird dieses Mal keine Fünf-Sterne-Wohnung, auch soll sie sich in der Möblierung von den bisherigen unterscheiden. „Vielleicht wird sie im Vintage-Stil ausgestattet.“ Familien sind froh, wenn sie ein großes, kostengünstiges Feriendomizil finden. Und wer eine Waschmaschine und einen Trockner vermisst, kann per Chip die Geräte im Wirtschaftsraum des Hauses Hohe Rheinstraße 10 nutzen. „Bei fünf Sternen müssten wir diese vorhalten“, so Vos.

Ob sich an der derzeitigen Planung langfristig etwas ändert, schließt Simon Vos nicht aus: „Die Baugenehmigung für den Durchbruch habe ich ja.“ Da sich die Wohnung in einem sehr guten Zustand befindet, muss sie nicht so aufwendig saniert werden, wie es in den anderen Häusern der Fall war. Somit lässt sich die ursprünglich angedachte Nutzung immer noch umsetzen.

Die Ferienwohnung wird auf jeden Fall einen hübsch angelegten Innenhofgarten erhalten, der über den Balkon begehbar ist. „Mir wurde immer gesagt: Gastronomie laufe in Rees nur im Sommer. Ich wollte es nicht glauben“, gibt Simon Vos unumwunden zu. Was aber im Umkehrschluss auch bedeutet, dass die Reeser dieses Angebot übers Jahr nicht ausreichend genutzt haben. Ob sich die Öffnungszeiten im Sommer wieder ändern, will Simon Vos nicht ausschließen.

Beibehalten wird, dass das Bistro Leni & Theo weiterhin für Festlichkeiten bis zu 35 Personen gebucht werden kann.

(ha)
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