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FDP Rees hat die Stichwahl als Ziel ausgegeben

Politik : Stichwahl ist für die FDP das Minimalziel

Die Reeser FDP zieht mit breiter Brust in den Wahlkampf. Mit ihrem Kandidaten Clemens Willing wollen sie Eigenständigkeit demonstrieren – und hoffen auf eine Überraschung am 13. September.

Die Reeser FDP geht selbstbewusst in den Kommunalwahlkampf. Punkten wollen die Freien Demokraten vor allem mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Clemens Willing. „Anders als andere Parteien wollen wir nicht nur kritisieren, sondern auch Verantwortung übernehmen“, sagt Ortsverbandsvorsitzender und Fraktionschef Heinz Schneider mit einem Seitenhieb auf die Grünen. Die ziehen wie berichtet ohne einen eigenen Kandidaten für den Chefsessel im Rathaus in die Wahl  und wollen stattdessen Bodo Wißen von der SPD unterstützen.

Zuversichtlich stimmt die FDP dabei, dass Willing ein Mann ist, der nicht aus Politik und Verwaltung kommt. „Er hat eine ehrliche, sympathische Art und steht mit beiden Beinen im Leben“, sagt Ann-Katrin Mey, die für den Kandidaten aus Millingen den Wahlkampf im Internet und den sozialen Medien wie Facebook koordiniert. „Ich weiß, was es heißt, einen Betrieb zu führen und sehe die Dinge nicht nur aus Sicht der Verwaltung“, erklärt Tischlermeister Willing selbst. Sein Slogan lautet auch deshalb: „Der Bürgermeisterkandidat aus unserer Mitte.“

Willing hofft, am 13. September zumindest eine Stichwahl erreichen zu können. „Das ist unser Minimalziel“, gibt er vor. Wie ihm das gelingen könnte? „Ich möchte den Wähler davon überzeugen, dass ich für einen anderen Stil im Rathaus stehe. Ich möchte keine Entscheidungen im Hinterzimmer, sondern mehr Transparenz und eine stärkere Beteiligung der Bürger“, erklärt er. Als Beispiel nennt er das neue Reeser Freibad: „Hier würde ich mir wünschen, dass der Bürger mit darüber entscheiden kann, wie es aussehen soll und nicht einfach eine fertige Lösung vorgesetzt bekommt.“

In ihrem Wahlkampf setzt die FDP unter anderem auf das Thema  Wirtschaftsförderung. „Dass wir in Rees einen zweiten Wirtschaftsförderer bekommen haben, ist uns zu verdanken, obwohl wir eigentlich mehr erreichen wollten. Aber jetzt müssen wir auch sehen, dass die Wirtschaftsförderung tatsächlich gestärkt und nicht nur ergänzt wird“, erklärt der stellvertretende Fraktionschef Thomas Winkler.

Willing selbst hält den Ansatz der Reeser Stadtverwaltung momentan noch für „zu kurz gesprungen“. „Wir müssen mehr für unserer Betriebe tun, um sie auch hier zu halten.“ Dazu zählt für die die FDP auch die Landwirtschaft, die nach ihrer Ansicht in der Öffentlichkeit unterrepräsentiert ist. „Wir wollen den Landwirten eine Stimme geben“, verspricht der Bürgermeisterkandidat.

Mehr Engagement der Stadt fordert Willing auch für den Tourismus – „ein ganz wichtiges Standbein für Rees“. Hier möchte der FDP-Kandidat mehr Möglichkeiten ausschöpfen – für Touristen wie auch für Anbieter von Ferienwohnungen, von denen sich Willing noch mehr wünscht: „Ich denke da zum Beispiel an eine eigene Rees-App, die den Touristen die Sehenswürdigkeiten zeigt, aber gleichzeitig auch dazu dient, Wohnungen zu buchen. Dafür brauchen wir aber auch eine bessere Vernetzung.“

Die will Willing auch in Sachen „Verkehr“ erreichen, etwa durch die Verknüpfung von ÖPNV und privaten Angeboten wie die „Mitfahrbänke“, aber auch einen „On-Demand-Service“, für den ebenfalls eine App hilfreich wäre.

Bei den Reeser Liberalen spielt daher auch das Thema „Digitalisierung“ eine zentrale Rolle. „Wir wollen schnelles Internet bis ins letzte Gehöft. Wo es noch weiße Punkte gibt, muss die Stadt unterstützen“, fordert Willing, der sich in puncto Technologie auch ein Vorzeigeprojekt für Rees erhofft: eine Wasserstofftankstelle. „Dann hätten wir Zukunftstechnologie vor Ort und ein Alleinstellungsmerkmal.“

Für die FDP ebenfalls wichtig: Wohnungsbau. „Und zwar nicht nur für Besserverdienende“, wie Clemens Willing betont. Die Liberalen wollen deshalb für künftige Baugebiete einen stärkeren Angebotsmix für alle Einkommensschichten. Und setzen zudem auf regenerative Energien für autarke Wohngebiete. Photovoltaik soll auch im historischen Stadtkern möglich sein. „Wir scheuen uns nicht, das zu fordern, auch wenn der Denkmalschutz da anderer Ansicht ist“, sagt Heinz Schneider.