Emmerich: Erste Kirchenkneipe für Wesel

Emmerich: Erste Kirchenkneipe für Wesel

Ungewöhnliches Format der evangelischen Kirche in Wesel: Für den 25. Mai lädt die Friedenskirche erstmals zur "Kirchenkneipe" ein - nach einer Andacht wird im Foyer Bier und Wein getrunken. Neue Zielgruppen sollen erreicht werden.

Mit einem neuen Ansatz versucht die evangelische Kirchengemeinde Wesel Menschen für Gott zu begeistern. Am 25. Mai startet in der Friedenskirche Feldmark das Projekt "Kirchenkneipe": Erst gibt es eine kurze Andacht, dann wird gemeinsam Bier getrunken. Die Anregung kam von der Presbyterin Claudia Schlüter. Das Presbyterium konnte sie vom Vorschlag schnell begeistern. Gastgeber ist Pfarrer Christoph Kock, der schnell begeistert war. An jedem letzten Freitag eines ungeraden Monats wird die Friedenskirche zur Kneipe. Das Motto: "Kurz Kirche - dann Kneipe".

Claudia Schlüter sagt: "Der Ansatz ist der, auch solche Leute zu erreichen, die zu einem langen Gottesdienst eigentlich nicht kommen." Pfarrer Christoph Kock war gleich begeistert von der Idee, weil er darin eine Chance sieht, die große Gemeinde mit vier Kirchen und 13.500 Mitgliedern auf andere Art zusammenzubringen. Das Gemeindeleben finde viel in den einzelnen Bezirken statt, die Kirchenkneipe biete die Chance, Weseler aus vielen Stadtteilen zusammenzubringen.

Das Projekt ist im Presbyterium besprochen worden - gegen die Kirche in Verbindung mit Kneipe habe es keine Einwände gegeben. Der Ablauf ist fest geplant: "Wir starten mit einer Andacht", erklärt Christoph Kock. 15 Minuten werde die dauern, Lieder würden gesungen, dann gebe es einen kurzen religiösen Impuls. "Eine Andacht kann in der evangelischen Kirche auch ein Laie halten, es braucht nicht zwingend einen Priester", sagt Kock. Nach der Andacht sollen sich die Besucher dann im Foyer direkt angrenzend an die Kirche versammeln. Dann wird Bier und Wein ausgeschenkt, natürlich auch nichtalkoholische Getränke. In der Kirche direkt soll aber kein Alkohol getrunken werden. "Über "Gott und die Welt" solle gesprochen werden, wünscht sich Kock. Jeder, der nette Menschen und das Gemeindeleben kennenlernen wolle, sei eingeladen, zum Kneipengänger zu werden. Claudia Schlüter betont, dass das Angebot bewusst niederschwellig sei. Im Foyer trennt ein Kunstwerk den Raum - rund um dieses Kunstwerk würden Stehtische aufgebaut. So wird die Kirche in der Feldmark zur Gastwirtschaft.

Abgeschaut hat sich Claudia Schlüter die Idee der Kirchenkneipe aus Duisburg. Dort bietet ein solches Format unter anderem die evangelische Kirche Meiderich. Dort gibt es sogar Public-Viewing-Veranstaltungen. In Wesel war das Kernteam der Kneipenkirche bisher im Café International der Kirchengemeinde für Flüchtlinge aktiv. Der Zuspruch sei aber in den vergangenen Monaten immer geringer geworden. Den Geist dieser Gemeinschaft wollte Claudia Schlüter allerdings erhalten. So kommt es jetzt zur Begegnung in der Kirchenkneipe, mit der alle angesprochen werden sollen.

An jedem letzten Freitag in einem ungeraden Monat - also am 25. Mai, 27. Juli, 28. September und 30. November - ist Gelegenheit, innezuhalten, den Alltag hinter sich zu lassen und entspannt ins Wochenende zu gehen. Los geht's um 19.30 Uhr im Foyer der Kirche, Hamminkelner Landstraße 2.

(RP)