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Erste Hilfe für Kinder in Emmerich

PRAEST : Erste Hilfe für Kinder in Praest

Förderverein der Schule sorgt für Kursus dank der Unterstützung durch „Antenne Niederrhein“.

Fabian ist begeistert. „Das war echt cool. Wir haben ganz viel gelernt über Erste Hilfe. Wir durften Druckverbände anlegen und haben die stabile Seitenlage geübt“, erzählt der zehnjährige Grundschüler. Auch sein Klassenkamerad Anton meinte: „Es hat sehr viel Spaß gemacht.“ Klassenlehrerin Inger Scholten lobte die spielerische Art, mit der der Referent das Wissen vermittelte.

Am Montag wurde in der Klasse 4a der Michael-Grundschule ein Erste-Hilfe-Kurs durchgeführt. Dafür sorgte der Förderkreis der Michaelschule, der sich im letzten Jahr mit seinem Vorhaben - in jeder der acht Klassen so einen Lehrgang durchzuführen - bei Antenne Niederrhein meldete, die zum 20-jährigen Jubiläum der „Aktion Lichtblicke“ Projekte unterstützte.

„Wir freuen uns, dass wir ausgesucht wurden und unser Projekt mit 2500 Euro unterstützt wird“, sagte Markus Meyer, Vorsitzender des Fördervereins. Jonathan Rennecke, im Hauptberuf Rettungsassistent beim Kreis Kleve, führt die Kurse durch.

Am Donnerstag war der offizielle Beginn, auch wenn der erste Kurs bereits am Montag in der 4a stattfand, damit die vierten Klassen pünktlich vor den Ferien davon profitieren konnten. Auf dem Schulhof stand ein Feuerwehrauto, das die Schüler besichtigen durften. Jörg Heimann erklärte, wofür die Ausstattung gebraucht wird.

Bürgermeister Peter Hinze übernahm die Schirmherrschaft für das Projekt. „Erwachsene schauen oft weg, wenn sie Erste Hilfe leisten sollten. Deshalb ist es wichtig, sich damit bereits im Kindesalter zu beschäftigen, so werden Ängste abgebaut“, sagte der Bürgermeister.

Schulleiterin Andrea Turek betonte: „Rettungskräfte haben schwer damit zu kämpfen, den Respekt von manchen Menschen zu bekommen, den sie verdienen. Wir legen hier den Grundstein, dass schon die Kinder sehen, wie wichtig diese Helfer sind.“

Jonathan Rennecke führte im Klassenraum der 4b den Erste-Hilfe-Kurs durch. „Die meisten haben mit ‚Erste Hilfe’ erst zu tun, wenn sie den Kurs für den Führerschein machen. Mir ist es wichtig, kontinuierlich vom Kindergartenalter bis zum Jugendalter Wissen zu vermitteln. Die Kleinen können oft mehr, als wir Großen denken. Wer das früh lernt, für den ist es selbstverständlich, als Erwachsener Erste Hilfe zu leisten.“

Zunächst wurde der „Dummy-Puppe“ ein Name gegeben. Die Kinder der 4b einigten sich auf „Stella“. „Wenn Stella jetzt plötzlich einfach so auf dem Boden liegt, was würdet Ihr dann machen?“ fragte Rennecke. „AAA“ schrieb er an die Tafel und die Kinder erkannten schnell, dass es „anschauen, ansprechen, anfassen“ bedeutet. „Zeigt er keine Reaktion, ist der Mensch bewusstlos“, erklärte Rennecke. „Ist der Mensch fit, dann kann man die Muskelfasern mit Spaghetti vergleichen, wie sie in der Tüte sind. Ist er bewusstlos, dann sind die Muskelfasern wie Spaghetti, die man 20 Minuten gekocht hat - weich und wabbelig“, erklärte der Kursleiter anschaulich für die Kinder, die auch gleich erkannten, dass dann die stabile Seitenlage notwendig ist. Diese wurde dann entsprechend geübt.

Am Ende des etwa fünfstündigen Kurses bekamen die Kinder eine Urkunde und das Buch „Milla kann schon alles“.

(moha)