Emmerich: Erpressung nach amourösen Abenteuern

Emmerich: Erpressung nach amourösen Abenteuern

Bruno Woda hat ein neues Buch geschrieben. Als ehemaliger Manager in der Pharma-Industrie greift er ein Metier auf, in dem er sich auskennt. "Mistelernte" heißt der Roman. Lesung am 16. Juni.

Beziehungsdramen schreibt er am liebsten. Da überrascht es nicht, dass der Autor Bruno Woda mit 72 Lenzen das schreibt, was ihm am meisten Spaß macht. Mit "Mistelernte" bringt er nun einen neuen Roman heraus, der dem Lieblingsgenre zugeordnet werden darf: "Ich kann mir die Welt schreiben, wie sie mir gefällt", sagt der Autor mit einem Augenzwinkern.

Mit ganzem Namen heißt der Emmericher Dr. Gerald Kurt Bruno Kaliwoda, der seinen Künstlernamen auf Bruno Woda verkürzt. Als ehemaliger Manager in der Pharma-Industrie greift Woda ein Metier auf, in dem er sich auskennt. Zugleich betont er aber, dass ihm noch nie bei einer Auslandsreise spät abends an der Hotelbar solch unmoralische Angebote gemacht worden seien, wie dem Protagonisten Theo in dem neuen Werk: "Das ist alles frei erfunden", sagt Woda.

In der Öffentlichkeit sind solche Fälle mit Managern der Ergo-Versicherung bekannt geworden. Auch Theo lässt sich auf das amouröse Abenteuer ein. Prompt wird der Top-Manager erpresst. Es tauchen verräterische Fotos auf. Ungewöhnlich ist, dass der Erpresser monatliche Zahlungen einfordert und nicht einen dicken Batzen. "Der Erpresser ist Hartz IV-Empfänger. Er hofft, dass monatliche Zahlungen nicht so sehr auffallen", schildert der der 72-Jährige.

Um Familienglück und Karriere nicht zu gefährden, lässt sich Theo auf den Deal ein. Doch wie die Mistel, die ihre Wurzeln immer tiefer treibt, so nistet sich auch der Erpresser, der charmante Jack, in Theos Leben ein. Während dieser wieder auf einer Dienstreise weilt, macht sich Jack an Theos Frau Heike und dessen Sohn heran. Und gewinnt ihr Vertrauen... Da wären wir beim Beziehungsdrama.

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Bruno Woda lässt den Leser in eine Welt eintauchen, in der ethisches Verhalten gepredigt, aber dieses von den Managern selbst kaum gelebt werde. Sie werden am zählbaren Erfolg gemessen.

"Das Schreiben", verrät Bruno Woda, "ist eine einsame Sache." Er lasse seine Kreativität in seiner Wohnung mit Rheinblick in Emmerich oder auch in einem Café fließen. Diesmal sind 240 Seiten zustande gekommen, die im Düsseldorfer Verlag Edition Oberkassel erscheinen: "Ein kleiner, seriöser Verlag", findet Woda, der seit sieben Jahren in der Belletristik unterwegs ist.

Am Freitag, 16\. Juni, im Schlösschen Borghees, liest Bruno Woda aus seinem neuen Roman. Thomas Geisselbrech aus Kleve spielt dazu spanische Gitarrenmusik von Isaac Albéniz und Francisco Tárrega. Auch das Stück "Comfort", das im Roman vorkommt, wird zu hören sein. Im Eintritt von 8 Euro ist ein Glas Temperanillo inbegriffen, auch der Wein spielt im Roman eine Rolle. Beginn des Abends im Schlösschen Borghees, Hüthumer Straße 180, ist um 20 Uhr.

(mavi)
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