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Rees: Erinnerungen ersetzen Fotos

Rees : Erinnerungen ersetzen Fotos

Ein Jahr lang leistete die Reeserin Theresa Sünder freiwillige soziale Arbeit in Kambodscha. Seit wenigen Tagen ist die 21-jährige Abiturientin des Willibrord-Gymnasiums wieder am Niederrhein und möchte nun ihre Erfahrungen aus dem "weltwärts"-Programm teilen. Am Donnerstag, 13. Oktober, berichtet sie in der Bücherecke ab 20 Uhr (Eintritt fünf Euro) über Südostasien. Vorab beantwortet sie die Fragen von Michael Scholten.

Was war Deine Aufgabe in Kambodscha?

Sünder Ich habe im Peace Café in Siem Reap gearbeitet, einem vegetarischen Restaurant, das Yoga- und Meditationskurse anbietet.

Wie passt das zu den "weltwärts"-Idealen? Hast Du für den Weltfrieden gekellnert?

Sünder Nein (lacht). "Weltwärts" dient ja nicht allein dem Weltfrieden, sondern gibt Jugendlichen die Möglichkeit, eine fremde Kultur besser kennenzulernen. Natürlich musste ich manchmal auch kellnern, aber in erster Linie habe ich Kambodschanern Sprachkurse gegeben oder Vorträge zu gesellschaftlichen Themen organisiert.

Was war der Höhepunkt?

Sünder Die drei Tage, an denen ich eine traditionelle Hochzeit miterleben durfte. Ein junges Paar aus der Nachbarschaft hat im Heimatdorf der Braut geheiratet, und ich habe dort mit ihrer Familie gelebt. Morgens um fünf wurden wir von krasser Musik geweckt, dann kam der Bräutigam mit einer Schlange von Menschen, brachte Obst, Geld, Geschenke und warb um die Frau. Ich war eine der Brautjungfern, ganz stilecht im lilafarbenen Kleid, und habe alles viel intensiver erfahren, als wenn ich nur mal zum Abendessen vorbeigekommen wäre.

Wirst Du bei Deinem Vortrag in der Bücherecke viele Fotos zeigen?

Sünder Nein. Ich hatte zwar meine Kamera im Gepäck, aber die ging gleich am Anfang kaputt. Das habe ich als Gelegenheit empfunden und deshalb keine Fotos gemacht. Fotos können die Menschen, die Landschaften und die Ereignisse eh nicht so wiedergeben, wie ich sie in meinem Gedächtnis behalte.

(RP)