Emmerich: Entscheidet ein Richter über "Medi Max"?

Emmerich: Entscheidet ein Richter über "Medi Max"?

Hängt es irgendwann von einem Richterspruch ab, ob "Medi Max" nach Emmerich kommt?

Das ist — zugespitzt — die derzeitige Entwicklung rund um das Rheincenter und den Plan von Rewe, auf dem Gelände von Opelhändler "Wemmer & Jansen" einen neuen Markt zu bauen. Im Gegenzug soll bekanntlich der Elektronikhändler für eine Billigst-Miete ins Center geholt werden.

Diesen Plan lehnt die Mehrheit von CDU und SPD im Rat ab. Mit Hinweis auf das gültige Einzelhandelskonzept für Emmerich, das einen Schwund von Kaufkraft aus der Innenstadt verhindern soll. Und mit Hinweis darauf, dass erst einmal der Neumarkt bebaut werden muss. An diesem Plan hält die Politik auch fest. Am Mittwoch will sie auf der Sitzung vom Ausschuss für Stadtentwicklung den Beschluss bekräftigen. Unterstützung bekommt sie von der Industrie- und Handelskammer sowie den Emmericher Elektrohändlern, die ihr geschäftliches Aus durch "Medi Max" befürchten.

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Umgekehrt hat die Bocholter Baugruppe Schmeing Anwälte engagiert, die die Gültigkeit des Emmericher Einzelhandelsgutachtens in Frage stellen. Die Bocholter wollen für Rewe bauen. Und sie lassen keinen Zweifel daran, dass sie auch vor einem Verwaltungsgericht mit dieser Auffassung bestehen. Wäre das so, könnte ein Richter am Ende Rewe an die Mennonitenstraße und damit indirekt "Medi Max" ins Rheincenter bringen.

Vielleicht kommt es aber auch ganz anders. Und das erklärt Regina Bieber aus Dortmund. Sie ist Architektin für Großprojekte für zum Beispiel Rewe oder Edeka. Und sie plant — ebenso wie Johannes Welmans — für den Neumarkt. Sie sagt: "Die Stadt muss jetzt eine klare Entscheidung für den Neumarkt treffen." Ihre Überlegung (und die anderer Beteiligter): Wenn klar ist, dass ein Lebensmittler nur zum Neumarkt darf und nicht an die Mennonitenstraße, wird Rewe das vielleicht tun. Und sei es nur, um zu verhindern, dass Edeka kommt.