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Empanadas an der Rheinpromenade in Emmerich

Tische und Stühle verboten : Kurioser Grund für Leerstand am Rhein

Die Rheinpromenade ist Emmerichs beste Seite. Wie kommt es also, dass dort ein Restaurant leer steht? Ganz einfach: Überall am Rhein dürfen Tische und Stühlen draußen stehen, nur an dieser Stelle nicht.

Seit Anfang des Jahres steht das Empanadas-Lokal an einem der schönsten Aussichtplätze an der Emmericher Rheinpromenade leer. Die Markise ist durch Sturm beschädigt, die Möblierung und das Umfeld dem Verfall preisgegeben. Und das zu Beginn der neuen Promenadensaison, die jedes Jahr von den Emmerichern und auch auswärtigen Besuchern herbeigesehnt wird.

Wird zukünftig die Vorzeige-Meile der Stadt Emmerich so aussehen? Diese Frage veranlasst dazu, sich bei Heinz-Günter Kantehm zu erkundigen. Ihm gehört das Haus, in dem sich unten das Lokal und oben Wohnungen befinden.

Von den Pächtern des Lokals war bereits zu erfahren, dass man den Plan „Pfannenkuchen-Haus“ wegen Personalmangels aufgegeben hat. Kantehm erklärt auf Anfrage, dass der häufige Pächterwechsel einzig und allein darauf zurückführen ist, dass dieses Lokal keine Außenplätze gehemigt bekommt. Im Gegensatz zu allen anderen Lokalen an der Rheinmeile.

„Die Stadt erklärt seit Jahren diesen Wettbewerbsnachteil damit, dass sie für die Fläche an diesem Lokal nicht zuständig ist, weil der Deich-und Hochwasserschutz diese Flächen verwaltet“, sagt Kantehm. Es herrsche daher die kuriose Situation, dass andere Lokale am Rhein mehr Außenplätze hätten als sie eigentlich bewirtschaften könnten, ein einziges Lokal aber zu wenig Plätze habe, um im Sommer soviel zu erwirtschaften, dass man die langen Wintermonate mit geringeren Einnahmen damit überbrücken kann.

Die Stadt hat diese Problematik erkannt und bemüht sich laut Aussage von Kantehm, wie schon in den vergangenen Jahren, um eine Lösung. Kantehm: „Es besteht zwar eine sehr hohe Nachfrage für dieses Objekt. Aber bisher scheiterte die Nachfolge an zu hohen Inventar-Ablöse-Erwartungen der Vorpächter oder an einem wirtschaftlichen Konzept ohne Außen-Plätze.“ Bewerber für diesen Platz, an dem alle Besucher aus der Kaßstraße zum Rhein vorbei müssen, seien im Moment nur Döner- oder Imbissbetriebe. Aber das will Kantehm weder sich noch seinen Wohnungsmietern über dem Lokal und auch nicht der Stadt antun.

Kantehms Ziel: eine schicke Eisdiele mit Kuchen-und Kaffeeauswahl wie zu Zeiten vom „Café Mozart“ vor 20 Jahren an dieser Stelle. Aber ohne Außen-Plätze wird diese Vorstellung ein Traum bleiben.

Für Kantehm ist es schwer zu verstehen, dass im vergangenen Jahr in der unmittelbaren Nähe neue Garagen an der Promenade mit großen Anfahrtflächen genehmigt wurden, aber ein paar Tische in der Nachbarschaft nicht sein dürfen. Dabei könnten die doch in wenigen Minuten entfernt werden, falls es Hochwasser-Warnungen gibt, sagt er mit Blick auf den Deichverband.

Erst wenn eine Entscheidung der Stadt Emmerich vorliegt, will Kantehm unter mehreren Bewerbern eine Auswahl treffen. Denn Anfragen gibt es. Oder wird es am Ende doch ein Schnellimbiss am Rhein?