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Emmerich: Emmerichs magische Zahl

Emmerich : Emmerichs magische Zahl

In den Datensätzen des Landes hat Emmerich weniger als 30 000 Einwohner. Tatsächlich leben hier jedoch deutlich mehr Menschen. Wenn sie auch von der NRW-Statitsik erfasst würden, bekäme die Stadt mehr Geld.

Kurios: Laut Emmericher Melderegister leben momentan 30 844 Menschen in der Stadt, doch in den Datensätzen des statistischen Landesamtes sind es weniger. Zuletzt gab es dort nur 29 597 Emmericher — eine Diskrepanz, die offenbar auf einem Fehler bei der letzten Volkszählung im Jahr 1987 beruht.

Das Problem: Zensus und städtisches Melderegister müssen aus Datenschutzgründen getrennt voneinander geführt werden. Zwar schrieb die Landesbehörde die Emmericher Einwohnerzahlen seit 1987 weiter fort, jedoch immer basierend auf den niedrigeren Zahlen der Volkszählung. Emmerich blieb so seitdem immer unter der 30 000- Einwohner-Grenze.

Viele sind nicht gemeldet

Dabei dürfte die tatsächliche Einwohnerzahl sogar die des Emmericher Meldeamtes noch deutlich überschreiten. Laut Schätzungen der Stadt leben mindestens 2000 Polen hier, gemeldet sind jedoch gerade mal rund 800.

Die Marke "30 000" in den Datensätzen des Landes zu "knacken", ist für die Stadt wichtig, weil sie dann in eine andere Kategorie fällt — ein Vorteil bei der Verteilung von Zuweisungen und vor allem von Geldern, die direkt auf die Zahl der Einwohner bezogen ist. Rund 680 Euro bekommt Emmerich pro Bürger vom Land. Bei etwa 2000 Bürgern die nicht in der Landesstatistik auftauchen, ist das viel Geld, das der Stadt verloren geht und wichtig für den Haushalt wäre.

Eine weitere Auswirkung: Emmerich hätte auch Anspruch auf mehr Ratsmitglieder. 32 sind es derzeit. Theoretisch könnten dann 44 Politiker in dem Gremium vertreten sein. Mehr Geld steht den Ratsmitglieder nicht zu, dafür aber den Kommunalen Wahlbeamten der Stadt — in Emmerich Bürgermeister Johannes Diks und der Beigeordnete Dr. Stefan Wachs. Das Grundgehalt des Bürgermeisters stiege dann von 6817 auf 7249 Euro brutto. Ob auch der erste Beigeordnete um eine Besoldungsgruppe aufsteigt, entscheidet der Rat.

(RP/jul)