Emmerich: Emmericher wollen Diks zurück

Emmerich : Emmericher wollen Diks zurück

Wirtschaftsförderung wird neu aufgestellt. Wäre der Ex-Bürgermeister der Richtige? Citymanager im Gespräch.

Ist eine Rückkehr von Johannes Diks als Emmericher Wirtschaftsförderer denkbar?

Der Vertrag von Amtsinhaber Sascha Terörde ist bekanntlich vorzeitig zum 30. September aufgelöst worden. Der Bocholter (46) hatte nach weniger als zwei Jahren Beschäftigung in Emmerich um die Beendigung seines Arbeitsverhältnisses gebeten, weil er in Bocholt ein für ihn interessantes Stellenangebot vorliegen hat.

Die Gesellschafterversammlung der Emmericher Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketinggesellschaft unter dem Vorsitz von Bürgermeister Peter Hinze hat dem zugestimmt.

Nun mehren sich die Stimmen in Emmerich, die sich nach den Zeiten zurücksehnen, in denen Johannes Diks Wirtschaftsförderer war. Als Bürgermeister hatte er damals die Wirtschaftsförderung zur Chefsache erklärt und sich um die Belange der Unternehmen in Emmerich selbst gekümmert. Und er hatte einen Blick für den Einzelhandel und die Innenstadt. Zuletzt vertrat er mit Engagement die Idee eines City Outlet Centers für Emmerich, wie es das in Bad Münstereifel gibt.

Aber will sich Johannes Diks den Job noch einmal antun? Auf RP-Anfrage sagte er: "Ich bin zeitlich gut ausgelastet. Außerdem bin ich 64 Jahre alt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen Wirtschaftsförderer mit diesem Alter haben möchte. Da werde ich mich kaum bewerben wollen."

Politisch ist die Idee des Outlet Centers in Emmerich begraben worden. Die Stadt sei zu spät dran damit, urteilte im vergangenen Jahr das Gutachterbüro "Stadt + Handel". Und zwar vor allem deshalb, weil das Fashion Outlet Center (FOC) in Zevenaar ja wahrscheinlich kommen werde.

Und es wird vermutlich auch keine politische Mehrheit für einen ehemaligen CDU-Bürgermeister auf dem Posten im Rat geben.

Wie geht es nun also weiter? Dem Vernehmen nach soll die Wirtschaftsförderungsgesellschaft komplett neu aufgestellt werden. Der Sektor Marketing und Veranstaltungen (zum Beispiel Stadtfeste) soll abgetrennt und unter eine eigene Leitung gestellt werden. Das könnte sicherlich Dr. Manon Loock-Braun machen, von der der Bereich Tourismus seit Jahren erfolgreich verantwortet wird.

Für den Bereich der Wirtschaftsförderung scheint sich die Idee herauszukristallisieren, dass es eine eigene Verantwortlichkeit für die Innenstadtentwicklung und die Unternehmen geben soll. Aber wo soll sie angesiedelt werden? Emmerich ist auf der Suche nach einem neuen Leiter für den Fachbereich Stadtentwicklung im Rathaus. Das wäre eine Möglichkeit.

Und es gibt sogar Stimmen, die den Posten zu einer Dezernentenstelle erheben wollen. Damit gäbe es stärkere Entscheidungsmöglichkeiten für den Mann oder die Frau auf dem Posten.

Schon fest in den Köpfen von Rat und Verwaltung verankert ist übrigens ein "Citymanager" im Rathaus, der sich ausschließlich um die Innenstadt und deren Verbesserung kümmern soll.

Aber was ist mit den zehn Millionen, die CDU und BGE in die City pumpen wollen? Da ist noch immer unklar, auf welchem Weg das geschehen könnte. Eine Lösung kristallisiert sich dabei immer mehr heraus. Es besteht noch immer die Emmericher Erschließungsgesellschaft, bei der die Stadtwerke die Mehrheit haben und die Sparkasse 49 Prozent hält. Chef der Stadtwerke ist Udo Jessner. Und der macht seinen Job so gut, dass die Parteien mit dem Gedanken spielen, ihm die zehn Millionen anzuvertrauen.

(ha)