Emmerich: Emmericher Kasernengelände verkauft

Emmerich: Emmericher Kasernengelände verkauft

"Mona GmbH" ist Käufer. Baurecht soll in 2014 herrschen. Ansiedlung eines großen Logistikunternehmens scheint vom Tisch. Schon jetzt Anfragen von Unternehmen, Investor für Wohnfläche vorhanden. Fachmarkt ist möglich.

Der Kaufvertrag für die Emmericher Kaserne ist gestern unterschrieben worden. Käufer ist die Mona GmbH mit Sitz in Emmerich. Das ist im Prinzip eine Tochtergesellschaft der "React" aus Düsseldorf. Geschäftsführer ist Hans Beekman, der in den vergangenen Wochen auch Verhandlungen mit einem Logistiker aus den Niederlanden geführt hat.

„Wir wollen Gewerbe, das keine Immissionen produziert“, Johannes Diks, Emmericher Bürgermeister. Foto: eve/mvo

Bekanntlich bestand die Absicht, dass dieses Unternehmen ein Drittel der 326 000 Quadratmeter kauft. Das Ganze zieht sich allerdings in die Länge, so dass in Emmerich niemand mehr wirklich an die Ansiedlung glaubt.

Eigentümer der Kaserne ist noch die Bundesrepublik Deutschland. Das Eigentum soll am 2. Mai auf die Projektgesellschaft "Mona" übergehen. "Mona" steht für "Moritz-von-Nassau".

Bürgermeister Johannes Diks zeigte sich gestern froh, dass der Kaufvertrag nun unterschrieben worden ist. Zweifel am Erfolg des Kasernenverkaufs hatte er nie. Und er glaubt auch daran, dass sich das Grundstück gut vermarkten lässt. "Wir haben eine Reihe von Anfragen", erklärt der Bürgermeister. Aktuell beispielsweise suche ein Unternehmen 67 000 Quadratmeter in Emmerich. "Es gibt mehrere solcher Wünsche. Unternehmen wollen sich in Emmerich niederlassen. Doch in der Kaserne können wir noch nichts anbieten", so Diks.

Sein Wunsch: Die Mona GmbH setzt sich rasch mit der Stadt in Verbindung, so dass Politik und Verwaltung eine Bauleitplanung auf den Weg bringen können. Ziel ist es, dass im Jahr 2014 auf dem Gelände gebaut werden kann.

Der alte Plan, auf der Fläche ungefähr jeweils zu einem Drittel Gewerbe, Handel und Wohnen anzusiedeln, besteht noch immer. Wobei ein Drittel der Fläche fürs Bauen wohl zu viel sein wird. Gebaut werden soll im hinteren Teil der Kaserne, also anschließend an schon bestehende Bebauung. Vorne zur B 220 hin sollen sich Gewerbebetriebe ansiedeln. Diks: "Wir wollen Gewerbe, das keine Immissionen produziert."

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Für ein Wohnprojekt mit zehn Prozent der Fläche soll es bereits einen Interessenten geben. Ebenso für einen Fachmarkt, der sich in der alten Kaserne niederlassen will. Möglicherweise ist es ein Möbelhändler. Und auch ein Projekt mit der Hochschule Rhein-Waal, bei dem zwei Gebäude in der Kaserne genutzt werden könnten, ist möglich. Bekanntlich haben in der Emmericher Kaserne bis Jahresbeginn Studenten in Wohnheimen gewohnt. Alte Unterkünfte der Soldaten sind für diesen Zweck aufwendig modernisiert worden.

Die Einfahrtsituation der Kaserne wird später vermutlich beibehalten werden. Schießlich gibt es dort sogar eine Bushaltestelle.

Möglich erscheint auch eine Anbindung des Geländes über die Ostermayerstraße, wenn dann im hinteren Bereich später eine Siedlung entsteht.

Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages ist Klarheit in die Kasernen-Angelegenheit gekommen. Zwischenzeitlich hatte es Zweifel in der Politik gegeben, dass der Verkauf noch zustande kommt, weil die Kaufverhandlungen einigen Politikern nicht zügig erschienen.

Verkäufer ist die Bima, das ist eine Agentur des Bundes, die sich um die Grundstücke im Besitz der Bundesrepublik kümmert.

(RP/rl/top)
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