Emmericher Grundschule gesichert

Gutachter hat sich mit Emmerich beschäftigt : Zuwanderung: Die Schülerzahlen steigen

Alle sechs Grundschulen sind im Bestand gesichert. Die Praest wird dauerhaft einzügig.

Lediglich ein Punkt stand auf der Tagesordnung bei der Sitzung des Schulausschusses der Stadt: der Antrag auf Fortführung des Schulentwicklungskonzeptes. Es habe sich gezeigt, dass sich die Schülerzahlen anders entwickelt hätten, als der derzeit gültige Schulentwicklungsplan prognostiziert hatte. Die letzte Planung der Stadt umfasst die Jahre 2017/18 bis 2020/21.

Aufgrund der hohen Zuwanderung haben die Schulen in Emmerich starken Zulauf erhalten, daher hatte sich die Stadt für einen neuen Schulentwicklungsplan noch vor 2021 entschieden. Die Verwaltung hatte daher die Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation und Informationstechnologie (Gebit) aus Münster mit der Fortschreibung beauftragt.

Das sozialwissenschaftliche Beratungsunternehmen besuchte alle Emmericher Schulen vor Ort, verschaffte sich einen umfangreichen Überblick über den Ist-Zustand und erstellte, für jede Schule individuell, eine Prognose für den Raumbedarf in den nächsten Jahren.

Der Geschäftsführer der Gebit, Dr. Friedrich-Wilhelm Meyer, stellte dem Ausschuss nun abschließend die Ergebnisse der Evaluation vor.

Zurzeit verfügt die Stadt über sechs Grundschulen, eine Gesamtschule und ein Gymnasium, sowie eine Real- und Hauptschule, die bekanntlich beide in den nächsten Jahren auslaufen werden. Laut Bericht sei keine Emmericher Grundschule in ihrem Bestand gefährdet. An der Michaelschule in Praest rechne man zukünftig mit sinkenden Schülerzahlen, sie werde daher dauerhaft einzügig.

Steigend sei hingegen die Betreuungsquote im Rahmen von OGS und Schule Plus, die räumliche Versorgung der Betreuung im Bestand aber größtenteils möglich. Lediglich bei der Liebfrauen- und Leegmeerschule bestehe Handlungsbedarf. Insgesamt wird der bauliche Zustand der Grundschulen als gut bewertet, kleine Maßnahme beträfen die Rheinschule, die Leegmeerschule und die Michaelschule.

Die weiterführenden Schulen befänden sich „in einer Umbruch- und Entwicklungsphase“. Durch die geplante bauliche Gestaltung der Gesamtschule seien die Voraussetzungen für das Entstehen einer leistungsfähigen Gesamtschule gegeben. Die bevorstehende Rückkehr des Gymnasiums zu G9 könne ebenfalls zu einem geänderten Anmeldeverhalten führen. Es gelte die Entwicklung bei den weiterführenden Schulen daher besonders im Auge zu behalten.

Kritik am Konzept kam von der UWE-Fraktion. Norbert Malischewski haderte mit der Masse an Statistiken und den Prognosen im Bericht. „Die Erkenntnis, Schule brauche Raum, ist auch ohne Tabellenflut möglich“, so Malischewski mit Blick auf das rund 130 Seiten starke Konzept. „Eine Statistik gewinnt nicht, in dem unsinnige Genauigkeit vorgegaukelt wird. Uns schien es so, dass hier dargestellt wird, das eine absolute Genauigkeit durch die Tabellenzahl erreicht wird.“

Vor der Abstimmung meldete die CDU-Fraktion zunächst Beratungsbedarf an. „Wir wollen dem nicht zustimmen, weil das nicht aktuell genug ist“, bemängelte Irmgard Kulka, dass die Zahl der Anmeldungen für das kommende Schuljahr noch aus Dezember 2018 stammen.

Die Verwaltung klärte auf, dass die konkreten Anmeldezahlen erst am ersten Schultag des neuen Schuljahres ermittelt werden können. Nach einer fünfminütigen Beratungspause wurde der Antrag auf Fortführung des Schulentwicklungskonzeptes, bei einer Gegenstimme der UWE-Fraktion, angenommen.

(snak)
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