1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Emmericher Galerist wünscht sich mehr Einsatz für den Künstler Terhorst

Kultur : Ein Herz für Bernd Terhorst

Bernd Terhorst ist einer der bedeutendsten Künstler, die Emmerich jemals hervorgebracht hat. Galerist Herbert Kappelhoff plädiert dafür, mit dem Erbe des „Meisters von Alt Voorthuyzen“ sorgsam umzugehen.

Als Herbert Kappelhoff Anfang des Jahres davon hörte, dass im Schulgebäude am Brink ein Mosaik von Bernd Terhorst durch den geplanten Neubau für immer verloren gehen könnte, war er drauf und dran, eine Bürgerinitiative zu gründen. „Mir standen die Haare zu Berge, als ich das gelesen habe“, sagt der Galerist von der Steinstraße. Dass das Mosaik nun doch nicht abgerissen wird, freut ihn zwar, dennoch plädiert der Emmericher für einen sorgsamen Umgang mit dem Erbe des Künstlers. Denn: „Er ist einer der bedeutendsten, die unsere Stadt hervorgebracht hat.“

Das sehen auch viele Fachleute so. Bernd Terhorst (1893–1986) war mehr als nur ein Niederrhein-Maler. Von 1915 bis 1921 studierte er an der Kunstakademie München. Er erhielt ein Staatsstipendium für eine Spanienreise und verbrachte fünf Jahre in Madrid, Granada, Ronda und Sevilla, danach folgte ein zweijähriger Aufenthalt in Marokko. 1925 kehrte er zurück und lebte in Berlin, wo er für verschiedene Zeitungen zeichnete. Im Jahr darauf kaufte er Alt-Voorthuyzen und kehrte in seine Heimatstadt zurück – damit ging für ihn ein Kindheitstraum in Erfüllung.

 Bernd Terhorst (1893 - 1986).
Bernd Terhorst (1893 - 1986). Foto: Archiv
  • Das Wandmosaik in der Gesamtschule am
    Kunstwerk an der Gesamtschule am Brink : CDU und BGE wollen Wandmosaik von Terhorst erhalten
  • Unser Bild zeigt Menschen, die vor
    Corona im Kreis Kleve : Mitarbeiter in Impfzentren wurden bespuckt
  • Citymanagerin Lena Börsting.
    Innenstadt-Handel : So arbeitet das Citymanagement

Größere Bekanntheit erlangte ein Portrait von Papst Pius XII., auch als Kirchenmaler war er in den 1930er Jahren geschätzt. Bekannt sind unter anderem Bilder, Ausmalungs- und Fenster-Projekte in Emmerich, Wesel, Dinslaken und Delmenhorst.

Faszinierend findet Kappelhoff dabei nicht nur den Werdegang des Künstlers, der sich in die weite Welt begab, als das Reisen noch beschwerlich war, sondern auch die Tatsache, dass Terhorst in vielen Kunstrichtungen zu Hause war. „Er hat immer viel experimentiert und vieles gemacht, was über die Heimatmalerei hinausging. Trotzdem kann man immer schon auf viele Meter Entfernung sehen, dass man hier ein Terhorst-Bild vor sich hat.“

Kappellhoff würde sich wünschen, dass ein Künstler wie Terhorst, stärker gewürdigt würde: „Das ist ein Stück Emmericher Identität, auf die man stolz sein kann und sie nicht ausradieren sollte.“

Der Galerist sammelt selbst Terhorst-Bilder, bietet sie aber auch zum Verkauf an. Momentan hat er Gemälde aus den 1940er Jahren in seinem Geschäft an der Steinstraße stehen, die ihn besonders faszinieren. Das Portrait eines einfachen Mannes aus dem Jahr 1944 und eine Landschaftsszene aus dem Jahr 1947, die eine Melkerin unter einem Baum bei der Arbeit zeigt. Während das sehr plastisch und realistisch wirkende wirkende Portrait in klassischer Manier gemalt wurde, ist die Melkszene fast schon expressionistisch. Und wirkt dennoch vollkommen wirklichkeitsnah. „Man kann hier den Niederrhein regelrecht einatmen“.

Über die beiden Bilder würde der Galerist gern Genaueres erfahren. Wo sind sie entstanden, wen zeigen sie? Wer mehr darüber weiß, kann sich gerne bei Herbert Kappelhoff melden.