Emmericher Firma Biotec feiert 25-jähriges Bestehen

Lokale Wirtschaft : Biotec — der Umwelt-Vorreiter

Vor 25 Jahren wurde die Firma Biotec gegründet, die sich auf die Entwicklung nachhaltiger Bio-Kunststoffe spezialisiert hat. Das Unternehmen ist kräftig gewachsen und investierte zuletzt 8 Millionen Euro. Am Samstag wurde gefeiert.

Am Samstag feierte die Firma „Biotec“ mit ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, ihren Familien und vielen Ehemaligen ein großes Sommerfest auf dem Betriebsgelände. „Im letzten Jahren wurden wir 25 Jahre alt. Vor zwei Jahren haben wir die neue Halle gebaut und eine neue Abfüllanlage in Betrieb genommen“, sagte Geschäftsführer Peter Bunk, der rund 200 Gäste begrüßte.

Das Unternehmen, das nachhaltige Biokunststoffe aus erneuerbaren Ressourcen auf Pflanzenbasis entwickelt und herstellt, hatte 8 Millionen Euro in die Hand genommen, um gleich neben dem bestehenden Bürogebäude und der Produktionshalle einen Neubau zu realisieren. Die Mitarbeiteranzahl hat sich auf 55 verdoppelt. Seit dem letzten Jahr bildet Biotec auch aus — viele Gründe zum Feiern.

Das Sommerfest mit den Mitarbeitern findet jedes Jahr statt, aber diesmal hatten die Mitarbeiter die Gelegenheit, ihren Familien zu zeigen, wo sie arbeiten. Besonders begrüßte Peter Bunk seine Vorgänger, Winfried Pommeranz (1992 bis 2000) und Harald Schmidt (2000 bis 2009). Heute hat Biotec eine Produktionsfläche von rund 7000 Quadratmetern, dazu etwa 500 Quadratmeter Bürofläche und zusätzlich Laborräume. Der Umsatz stieg auf rund 70 Millionen Euro.

Viele interessierte Besucher nutzten die Gelegenheit, sich in dem Unternehmen umzuschauen. Sie nahmen an den Führungen teil und ließen sich die Produktion erklären. Das Hauptmaterial ist Kartoffelstärke. Das wird — mit anderen „Zutaten“ — unter Druck und Hitze gemischt und zu Granulat verarbeitet. In der Abfüllanlage wird es verpackt und an die kunststoffverarbeitende Industrie weitergeleitet. „Das Granulat wird unter anderem zu Obst- und Gemüsebeuteln verarbeitet, die in 180 Tagen abgebaut werden“, erklärte ein Mitarbeiter. Frankreich sei der größte Markt dafür, danach folgt Italien, das Granulat gehe aber unter anderem auch nach Mauritius, Kenia und Indien. Wurden 2012 rund 6000 Tonnen produziert, so ist es in 2019 das Vierfache.

Im „Technikum“ stehen kleine kunststoffverarbeitende Maschinen zur Qualitätskontrolle und zur Entwicklung. Im Labor finden unter anderem die Rohstoffeingangskontrolle und die Kontrolle der Fertigware statt, hier wird aber auch weiter geforscht und entwickelt.

Interessant war für die Besucher auch der Vortrag von Christoph Heß, der von 2004 bis 2015 Entwicklungsleiter bei Biotec war und mittlerweile als Professor für nicht metallische Werkstoffe an der Hochschule Rhein-Waal lehrt. Er sprach zum Thema „Biokunststoffe gegen Vermüllung der Umwelt mit Plastik. Alles wird gut?“

Ein buntes Programm bot das Unternehmen auch seinen jüngsten Besuchern. Coole Luftballons kamen besonders gut an. Foto: Markus van Offern (mvo)

Dr. Klaus Krebber schaute sich gerne im Werk um. „Ich habe das Unternehmen bereits 1997 als Bürgermeister besucht, als noch keiner Biotec kannte“, sagte er. Ralf Hackfort entdeckte auf einer Fotowand ein altes Bild. „Das war vor über 20 Jahren“, erzählte er. „Ich war einer der ersten bei Biotec und war dabei, als wir damals am Borgheeser Weg begannen, dann zum Blinden Weg zogen, bevor wir hier ins Industriegebiet kamen“, erzählte der ehemalige Produktionsleiter, der 2016 in Rente ging. Auch Sandra Bongers, die von 1993 bis 2002 bei Biotec tätig war und mit Doris Schmidt das Labor aufbaute, schwelgte in Erinnerungen.

(Monika Hartjes)
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